UMG-Vereinbarkeitspreis 2025 für familienfreundliche Arbeitsbedingungen in der Zentralen Notaufnahme verliehen

Prof. Dr. Sabine Blaschke-Steinbrecher, ärztliche Leiterin der Zentralen Notaufnahme (ZNA) der Universitätsmedizin Göttingen (UMG), ist mit dem „Vereinbarkeitspreis UMG“ des Jahres 2025 ausgezeichnet worden. Die Preisverleihung fand am Donnerstag, 11. Dezember 2025, statt. Prof. Dr. Wolfgang Brück, Sprecher des Vorstandes der UMG, überreichte zusammen mit Anja Lipschik, Gleichstellungsbeauftragte der UMG, die Urkunde an die Preisträgerin.
Mit dem „Vereinbarkeitspreis UMG“ zeichnet der Vorstand der UMG außerordentliches Engagement zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen für Beschäftigte mit Familienverantwortung aus. Das Besondere an diesem Preis: Die Mitarbeitenden selbst schlagen ihre Führungskraft für die Auszeichnung vor. Der Preis wird seit 2016 jährlich vom Gleichstellungsbüro der UMG ausgelobt. Eine Jury aus Mitgliedern der Gleichstellungskommission der UMG wählt aus den eingegangenen Vorschlägen die*den Preisträger*in aus – in diesem Jahr wurden 15 Führungskräfte von ihren Mitarbeitenden für den mit 1.000 Euro dotierten Preis nominiert.
Prof. Blaschke-Steinbrecher ist Fachärztin für Innere Medizin, Nephrologie, Klinische Akut- und Notfallmedizin und hat seit 2012 die Zentrale Notaufnahme der UMG aufgebaut. Seit Ende 2024 hat sie zudem die Universitätsprofessur für Interdisziplinäre Notfall- und Akutmedizin in der Klinik für Unfallchirurgie, Orthopädie und Plastische Chirurgie inne. Laut Begründung der Jury legt Prof. Blaschke-Steinbrecher als Führungskraft großen Wert auf Empathie und eine offene Kommunikation. Es sei ihr wichtig, ein respektvolles Arbeitsumfeld zu schaffen und das Team zu motivieren, gemeinsam an Zielen zu arbeiten und sich persönlich weiter zu qualifizieren.
„Die Wertschätzung für die Mitarbeitenden steht für mich an erster Stelle – als eine Voraussetzung für eine starke und erfolgreiche Teamarbeit in der Notfall- und Akutmedizin. Die Herausforderungen in der ZNA bestehen neben der fachlichen Qualifikation insbesondere in den Rahmenbedingungen: unregelmäßige Arbeitszeiten, häufiger Zeitdruck, Stress und eine hohe Dynamik führen zu einer starken emotionalen Belastung. Das erschwert die Vereinbarkeit von Familie und beruflicher Tätigkeit“, so Prof. Blaschke-Steinbrecher. Die Jury überzeugte ihr hoher persönlicher Einsatz in der Umsetzung flexibler Teilzeitregelungen und bedarfsgerechter Dienstpläne sowie ihre kreativen und unkonventionellen Lösungen, um ihre Mitarbeitenden zu unterstützen. So habe sie beispielsweise während des Corona-Lockdowns eine private Kinderbetreuung für eine Mitarbeiterin organisiert, als die Kindertagesstätten geschlossen waren. Dies mache die ZNA vor allem für junge Mütter in der Facharztausbildung attraktiv, welches sich auch in der Besetzung der Oberarztpositionen zeige – drei von vier Oberarztpositionen seien mit Frauen besetzt. Zudem habe sie optimale Behandlungen für erkranktes Personal oder deren Angehörige gefunden und ermögliche ihren Mitarbeitenden längere Fortbildungen, indem sie finanzielle Möglichkeiten auslote und die Arbeitszeiten entsprechend anpasse. Sie sei empathisch, helfe in jeder Lebenslage und sei insbesondere bestrebt, junge Ärztinnen mit Kindern durch bestmögliche Bedingungen in der ZNA zu fördern, so die Jury.
Prof. Dr. Wolfgang Brück, Sprecher des Vorstandes der UMG, sieht die besonderen Belastungen in der Notaufnahme: „Dass junge Ärzt*innen in der ZNA die Möglichkeit haben ihre fachärztliche Weiterbildung in Teilzeit zu absolvieren, setzt ein starkes Signal. Wir sind dankbar, dass wir mit Prof. Blaschke-Steinbrecher eine Leiterin der Notaufnahme haben, die neben hervorragender Forschung und Krankenversorgung, ihre Verantwortung als Führungskraft wahrnimmt und ihren Fokus auch auf die Vereinbarkeit von Beruf und Familie legt. In einer Notaufnahme ist neben der medizinischen Versorgung auch viel Empathie gefragt, um den Menschen und ihren Angehörigen in oft schwierigen Situationen mit dem nötigen Feingefühl zu begegnen. Prof. Blaschke-Steinbrecher zeichnet sich nicht nur durch ihre hohe Professionalität als Ärztin gegenüber den Patient*innen aus, sondern auch durch ihr außergewöhnliches Engagement in der Forschung und ihre Professionalität als Führungskraft gegenüber ihren Mitarbeitenden.“
Anja Lipschik, Gleichstellungsbeauftragte der UMG, dazu: „Der Vereinbarkeitspreis wurde zum zehnten Mal ausgerufen. Alle Mitarbeitenden der UMG können ihre*n Vorgesetzte*n nominieren. Auch dieses Jahr haben wir wieder viele wertschätzende Nominierungen aus verschiedenen Bereichen der UMG erhalten. Als Gleichstellungsbeauftragte freut es mich sehr, dass Prof. Blaschke-Steinbrecher dieses Jahr den Vereinbarkeitspreis gewonnen hat, denn ihre Leitung der Notaufnahme ist ein großartiges Beispiel für die Umsetzung von Gleichstellung und gleichzeitiger Vereinbarkeit von Beruf und Familie.“
Der „Vereinbarkeitspreis UMG“
Der „Vereinbarkeitspreis UMG“ wurde als Instrument zur Förderung einer guten Vereinbarkeit von Beruf und Familien- und Privatleben für UMG-Angehörige institutionalisiert. Er ist eine sichtbare Auszeichnung für Führungspersonen, die sich in ihrer Einrichtung für eine gute Vereinbarkeit von Beruf und Familie einsetzen. Eine Führungsperson kann den Preis einmalig gewinnen. Der Preis wird vom Vorstand der UMG verliehen und ist mit 1.000 Euro dotiert. Das Preisgeld ist in der Einrichtung der*des Preisträger*in für den Ausbau familienfreundlicher Angebote vorgesehen. Die UMG verleiht deutschlandweit als einzige Hochschulmedizin regelmäßig einen Preis für persönliches Engagement bei der Gestaltung familienfreundlicher Arbeitsbedingungen.
Eine Übersicht der insgesamt 15 Nominierten des diesjährigen Vereinbarkeitspreises ist auf der Webseite des Gleichstellungsbüros der UMG unter dem Menüpunkt „Familienfreundlichkeit“ zu finden. Das Team des Gleichstellungsbüros organisiert jährlich die Verleihung des Vereinbarkeitspreises. Der nächste „Vereinbarkeitspreis UMG“ wird im Herbst 2026 ausgeschrieben.
Ansprechpartnerin Fachbereich:
Anja Lipschik, Gleichstellungsbüro, Telefon 0551 / 39-69335, anja.lipschik(at)med.uni-goettingen.de
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