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GIZ-Nord Jahresbericht 2024: Vergiftungen mit Lachgas im Vergleich zum Vorjahr fast verdoppelt

Das Giftinformationszentrum Nord (GIZ-Nord) führte 2024 mehr als 50.000 Beratungen durch. Darunter 34 Anrufe wegen Vergiftungen mit Lachgas, im Jahr 2023 waren es nur halb so viele. Das GIZ-Nord warnt eindringlich vor dem Missbrauch dieses in Deutschland legalen Rauschmittels.

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Prof. Dr. Andreas Schaper (links) und Dr. Martin Ebbecke (rechts) leiten gemeinsam das Giftinformationszentrum-Nord (GIZ-Nord) an der Universitätsmedizin Göttingen (UMG). Foto: umg/valentin kloss

Sowohl kompetente Hilfestellung für ratsuchende Eltern als auch fachliche Expertise zur Beratung von Rettungskräften und Ärzt*innen zu ungewöhnlichen oder schweren Vergiftungen gehören zu den Aufgaben des Giftinformationszentrums-Nord (GIZ-Nord) an der Universitätsmedizin Göttingen (UMG). Insgesamt 51.557 Anfragen zu Vergiftungen beantwortete das ärztliche und pflegerische Beratungsteam des GIZ-Nord im Jahr 2024 – ein Zuwachs von rund zwei Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der 24-Stunden-Service wurde 2024 erneut vermehrt von medizinischem Fachpersonal in Anspruch genommen. „Dies zeigt den großen Bedarf an qualifizierter Beratung im Vergiftungsnotfall und wie gut das GIZ in der Bevölkerung und bei den Ärzt*innen bekannt ist“, betonen Dr. Martin Ebbecke und Prof. Dr. Andreas Schaper, die beide gemeinsam das GIZ-Nord seit 2015 leiten. Das GIZ-Nord ist zuständig für die Bundesländer Niedersachsen, Bremen, Hamburg und Schleswig-Holstein. 

Der Jahresbericht des GIZ-Nord analysiert detailliert die Vergiftungsursachen, die Altersgruppen der Betroffenen und die Schwere der Vergiftungen. Oft sind es Dinge aus dem täglichen Umfeld, die besonders für Kinder gefährlich werden können. Die größte Vergiftungsgefahr geht in dieser Altersgruppe von Haushaltschemikalien und Arzneimitteln aus. Bei Erwachsenen überwiegen klar Vergiftungen mit Medikamenten.

Die Hauptaufgabe des GIZ-Nord ist die Beratung im akuten Vergiftungsfall. Mit dem Jahresbericht und der Erstellung detaillierter Spezialanalysen kommt das GIZ-Nord einer seiner anderen zentralen Aufgaben nach: Es berichtet den Überwachungsbehörden und der Fachöffentlichkeit über das aktuelle Vergiftungsgeschehen.

Vergiftungen mit Lachgas
Ein besonderes Augenmerk galt im vergangenen Jahr den Vergiftungen mit Lachgas. In 34 Fällen wurde das GIZ-Nord wegen dieser Vergiftungen konsultiert. Dies waren fast doppelt so viele wie im Vorjahr, in dem mit 19 Fällen bereits ein signifikanter Anstieg der missbräuchlichen Inhalation von Lachgas verzeichnet wurde. In einigen Fällen kam es zu bleibenden Schäden wie beispielsweise Lähmungen der Arm- und Beinmuskulatur. Lachgas wird häufig von Jugendlichen und jungen Erwachsenen konsumiert.

Das GIZ-Nord war im Jahr 2024 an vier wissenschaftlichen Publikationen beteiligt. Zahlreiche Einladungen zu nationalen und internationalen Konferenzen zeigen, wie gut die Institution auch im internationalen Umfeld anerkannt ist. 25-mal berichteten Mitarbeiter*innen des GIZ-Nord in Kliniken und auf wissenschaftlichen Kongressen über Themen wie Vergiftungen mit exotischen Gifttieren, neuen Psychoaktiven Substanzen (NPS), Brand- und Rauchgasen sowie Vergiftungen im Kindesalter. 

Weitere Informationen, Jahresberichte sowie Warnmeldungen über aktuelle Vergiftungsgefahren unter: www.giz-nord.de 

Das GIZ-Nord ist erreichbar über die Notrufnummer 0551 / 19240

Ansprechpartner Fachbereich:
Dr. Martin Ebbecke und Prof. Dr. Andreas Schaper, Giftinformationszentrum-Nord (GIZ-Nord), Telefon 0551 / 383180, giz-nord.info(at)med.uni-goettingen.de

Pressekontakt:
Universitätsmedizin Göttingen, Georg-August-Universität
Leitung Unternehmenskommunikation
Lena Bösch 
Von-Siebold-Str. 3, 37075 Göttingen
Telefon 0551 / 39-61020
Fax 0551 / 39-61023
presse.medizin(at)med.uni-goettingen.de
www.umg.eu

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