JuPaCo – Psychosoziale Langzeitfolgen für junge Menschen durch die SARS-CoV-2-Pandemie

Projektleiter: Prof. Dr. Wolfgang Schröer

Forschungsfeld

  • Psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen & ihren Familien

Wer war beteiligt?

  • Prof. Dr. Wolfgang Schröer (Projektleiter, UHI)
  • Dr. Severine Thomas (UHI)
  • Prof. Dr. Claudia Equit (Leuphana)

Was war das Ziel?

Das Projekt JuPaCo zielt darauf ab, die Langzeitfolgen der Pandemie in Bezug auf das psychosoziale Wohlbefinden und die selbst wahrgenommene Gesundheit von jungen Menschen im Alter von 15 bis 30 Jahren zu untersuchen. Mit der Auswertung vorhandener Daten soll dabei die Bedeutung von Bewältigungsstrategien sowie sozialer Unterstützungsbeziehungen und -ressourcen junger Menschen herausgearbeitet und um weitere Erhebungen zur aktuellen post-pandemischen psycho-sozialen Situation junger Menschen ergänzt werden. Ein Fokus liegt in dem Projekt JuPaCo auf jungen Menschen mit erschöpfter oder prekärer elterlicher Unterstützung, wie etwa junge Menschen, die in Wohngruppen oder Pflegefamilien aufwachsen.

Daten der bundesweiten quantitativen Studien JuCo I-IV zu Belastungen und Sorgen junger Menschen während der Corona-Pandemie (u. a. Universität Hildesheim) sowie Daten aus dem qualitativen Projekt JuPa-Quali Soziale Teilhabe von Jugendlichen in stationären Hilfen zur Erziehung in Zeiten von Pandemien ermöglichen (Leuphana Universität Lüneburg) werden dafür vertiefend ausgewertet. Zwei zentrale Forschungslücken sollen geschlossen werden: Es werden erstens interdisziplinär aus Perspektive der Sozialpädagogik sowie der Kinder- und Jugendpsychiatrie psychosoziale Folgen der Pandemie für ältere Jugendliche und junge Erwachsene analysiert, über die bisher nur unzureichende Forschungsbefunde vorliegen. Zweitens werden anhand qualitativer Daten Unterstützungsstrukturen sowie Bewältigungsstrategien im zeitlichen Vergleich anhand eines Längsschnitts ins Verhältnis gesetzt.

Das wurde erreicht:

Das Projekt JuPaCo hat Langzeitfolgen der Corona-Pandemie in Bezug auf das psychosoziale Wohlbe-finden und die selbst wahrgenommene Gesundheit von Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Re-lation zu den sozialen Unterstützungsbeziehungen und -ressourcen untersucht.

Das Ziel des Projekts bestand in der Sichtbarmachung der Folgen der Corona-Pandemie für junge Men-schen in Deutschland. Dabei wurden junge Menschen mit erschöpfter oder prekärer elterlicher Unterstützung aufgrund ihrer besonderen Lebenslage und Belastungen ebenso in den Blick genommen. Es wurden für beide Zielgruppen die Auswirkungen auf das eigene Wohlbefinden und die subjektive Ge-sundheitseinschätzung analysiert. Die Forschungsergebnisse wurden in den wissenschaftlichen Diskurs eingebracht (Daps/Thomas 2026a und b; Thomas 2025; Thomas/Beule/Equit 2025) und bereits während der Projektlaufzeit in der Fachwelt – nicht nur der Sozialen Arbeit, sondern auch von Bildungsinstitutionen, z. B. Fachkräften aus unterschiedlichen Disziplinen (Jugendarbeit, Schulsozialarbeit, Lehr-kräfte, Erziehungshilfen etc.) oder auch psychosozialen Versorgungssystemen präsentiert und diskutiert.

Auch die Diskussion der Themen auf einem Jugendkongress mit mehr als 250 Teilnehmer*innen zu Beginn des Projekts sowie der Studienergebnisse im zweiten Projektjahr haben unterstrichen, wie wichtig die Themen der psychosozialen Belastung für junge Menschen sind und wie bedeutsam auch die Möglichkeiten für einen moderierten Austausch für junge Menschen sind. Der Transfer in die Sozialen Dienste und die genauere Betrachtung von informellen Unterstützungsbeziehungen und -ressourcen im sozialen Umfeld junger Menschen können als wesentliche Notwendigkeiten aus den Ergebnissen des Projekts identifiziert werden.

Aus den quantitativen Erhebungen der Teilstudie JuCo V innerhalb des JuPaCo-Projekts wurden zu Beginn des Jahres 2026 publiziert und erhalten Empfehlungen insbesondere für die Fachpraxis im Umgang mit jungen Menschen und psychosozialen Belastungen unter dem Einfluss aktueller gesellschaftlicher Bedingungen des Aufwachsens. Präventive Maßnahmen werden mit den Studienergebnissen angeregt, wären aber, so unterstreicht auch die Publikation über die JuCo-V-Studie, mittels struktureller Maßnahmen und gezielter Programme abzusichern und können nicht der Arbeit in einzelnen Institutionen oder dem Engagement in einzelnen Kommunen überlassen bleiben. Die Ergebnisse der Studie werden daher über das Projektende hinaus im Rahmen von Fachveranstaltungen, Öffentlichkeitsarbeit und Fortbildungen genutzt und verbreitet.

Aus den qualitativen Erhebungen der Teilstudie JuPa innerhalb des JuPaCo-Projekts wurden im Jahr 2025 Einblicke zu verschärften Restriktionen und Bewältigungsstrategien junger Menschen während der COVID-19 Pandemie und darüber hinaus gegeben (Thomas/Beule/Equit 2025). In den derzeit erstellten Publikationen werden das subjektive Wohlbefinden und die psychische Gesundheit von jungen Menschen im zeitlichen Verlauf sowie die mithilfe partizipativer Methoden validierten Handlungsempfehlungen in Zusammenarbeit mit jungen Menschen und Fachkräften thematisiert (EREV-Publikation). Darüber hinaus wird ein internationaler Beitrag zu den Krisenverläufen, Unterstützungsbeziehungen und Resilienz erstellt (internationale Publikation Mitte 2026).

Publikationen

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