Von Forschung bis Pflege – Berufliche Vielfalt der UMG am Zukunftstag erleben



An der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) beteiligten sich Mitarbeitende aus insgesamt 21 Kliniken, Instituten und Serviceeinrichtungen der UMG am Zukunftstag 2026. Sie erklärten den mehr als 200 Schüler*innen in vielen Mitmachaktionen, welche Aufgaben im Arbeitsalltag eines Maximalversorgers wie der UMG anfallen und wie für einen reibungslosen Klinikbetrieb gesorgt wird. Die Schüler*innen erhielten unter anderem Einblicke in die Forschung, deren Erkenntnisse langfristig für die Entwicklung neuer Therapien genutzt werden sollen, in die Pflege von Patient*innen für eine bestmögliche Genesung, in die Hygieneregeln für steriles Arbeiten und zur Vermeidung von Infektionen, in die Prüfung medizintechnischer Geräte, die für die Untersuchung von Patient*innen eingesetzt werden, sowie in Behandlungsschritte der zahnärztlichen Ausbildung mit praktischen Übungen an Phantomköpfen und Kunststoffmodellen.
„In diesem Jahr waren unsere angebotenen Plätze bereits in kurzer Zeit vergeben“, sagt Anja Lipschik, Gleichstellungsbeauftragte der UMG. „Es gibt am Zukunftstag die Möglichkeit, interessante Einblicke in die UMG zu erhalten und verschiedene Berufe und Berufsbilder kennenzulernen. Denn in einer Universitätsmedizin gibt es weit mehr Möglichkeiten, als in der Pflege oder im ärztlichen Dienst zu arbeiten.“
Der Zukunftstag ist ein bundesweiter Aktionstag zur gendersensiblen beruflichen Orientierung. Schüler*innen haben die Gelegenheit Berufe kennenzulernen, die das traditionelle, geschlechtsspezifisch geprägte Spektrum für Mädchen und Jungen erweitern.
ANGEBOTE DER UMG (Auswahl)
Erstmals in diesem Jahr dabei war das Institut für Hygiene und Infektiologie. Die Schüler*innen lernten in praktischen Übungen unter Anleitung von Hygienefachkräften, wie man Hände richtig wäscht und desinfiziert, wann Handschuhe getragen werden müssen und vor allem, wann nicht. Anschließend ermittelten sie in Detektivarbeit die Übertragungswege von Krankheitserregern und lernten in einem Vortrag sowie durch ein Rätsel verschiedenste Mikroorganismen kennen. Umwelthygienische Aspekte wurden erklärt und im Wasserlabor eine chemisch-biologische Trinkwasseranalyse durchgeführt. Diese umfasst die Untersuchung von Leitungswasser auf Mikroorganismen wie beispielsweise Legionellen, die eine schwere Lungenentzündung verursachen können, sowie gesundheitsschädliche Stoffe wie zum Beispiel Blei, das sich im Körper anreichern und eine Schädigung des Nervensystems verursachen kann.
Der Pflege- und Pflegefunktionsdienst stellte den Schüler*innen entlang verschiedener Stationen/Pflegepoints die Tätigkeiten und Fertigkeiten vor, die der Klinikalltag mit sich bringt: Von der Besichtigung eines Rettungswagens über das Operieren in einem nachgebauten Operationssaal bis hin zur Versorgung eines Neugeborenen auf einer nachgebauten Frühchenstation. Zudem durften die Schüler*innen an einer Puppe Wiederbelebungsmaßnahmen üben, erhielten Einblicke in die praktische Pflegearbeit und wurden über naturheilkundliche Pflegeansätze informiert.
Im Sachgebiet Medizintechnik erhielten die Schüler*innen Einblick in die Instandhaltung von Medizintechnischen Geräten. Vom Ultraschallgerät bis hin zur Infusionsspritzenpumpe werden die Geräte in der Zentralwerkstatt der Medizintechnik repariert, um die Krankenversorgung der Patient*innen zu gewährleisten. Bei der Demontage zur Instandhaltung wurde den Schüler*innen außerdem die Funktionsweise der Geräte nähergebracht.
Am Institut für Neuroimmunologie und Multiple-Sklerose-Forschung (IMSF) erklärten Wissenschaftler*innen, wie Immunzellen in das Gehirn und Rückenmark einwandern und direkt im Gewebe sichtbar gemacht werden können. Die Schüler*innen durften selbstständig Schnitte von Geweben anfertigen, anfärben und unter dem Mikroskop gemeinsam mit den Forschenden beurteilen. In einem theoretischen Teil wurde anschließend die Entstehung der Multiplen Sklerose (MS) erläutert und die Verbindung zu den mikroskopierten Strukturen hergestellt. Die MS ist eine chronisch-entzündliche Autoimmunerkrankung des zentralen Nervensystems, bei der die Schutzschicht der Nervenzellen im Gehirn und im Rückenmark nach und nach zerstört wird und in der Folge Lähmungen, Taubheitsgefühle und Sehstörungen auftreten können.
In der Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik durften die Schüler*innen selbst in die Rolle von Zahnärzt*innen schlüpfen: Unter Anleitung fertigten sie gegenseitig Abformungen ihrer eigenen Zähne an, die anschließend im studentischen Dentallabor mit Gips ausgegossen wurden. So entstand für jede Teilnehmer*in ein persönliches dreidimensionales Modell ihrer eigenen Zähne als bleibende Erinnerung an den Zukunftstag. Darüber hinaus konnten die Schüler*innen an Phantomköpfen und Kunststoffmodellen typische Behandlungsschritte durchführen, wie das Legen von Füllungen und die Herstellung provisorischer Zahnkronen. Dabei erhielten sie einen anschaulichen Eindruck davon, wie präzise und vielseitig die Arbeit in der zahnärztlichen Prothetik ist.
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Anja Lipschik, Gleichstellungsbüro, Telefon 0551 / 39-69335, anja.lipschik@med.uni-goettingen.de
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