| Presseinformation Nr. 008 / 2022

Mit vereintem Wissen gegen SARS-CoV-2: COVID-19-Forschungsnetzwerk Niedersachsen

Mit 5,97 Millionen Euro fördert das COVID-19-Forschungsnetzwerk Niedersachsen (COFONI) dreizehn interdisziplinäre niedersächsische Kooperationsprojekte zur Erforschung von Wirkstoffen gegen SARS-CoV-2 sowie zur Untersuchung von Ursachen und Langzeitfolgen der COVID-19-Erkrankung. Mit dieser erneuten Projektförderung nimmt COFONI weitere Forschungspartner in das Netzwerk auf und stärkt die Zusammenführung der niedersächsischen Kompetenzen in der Corona-Forschung. Für die Projekte zur Erforschung der Langzeitfolgen von COVID-19 stellt das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur Sondermittel in Höhe von rund 2 Millionen Euro bereit. Die somit insgesamt 5,97 Millionen Euro stehen den Wissenschaftler*innen sofort zur Verfügung.

+++ PRESSEINFORMATION DES COFONI-NETZWERKS +++

COFONI-Netzwerk-Koordinator Prof. Dr. Jürgen Wienands von der Universitätsmedizin Göttingen (UMG). Foto: umg/fskimmel

(COFONI/umg)Der bisherige Verlauf der COVID-19-Pandemie hat nachdrücklich gezeigt, dass es notwendig ist, Wissen unterschiedlicher Fachrichtungen zu vereinen, um die vielfältigen biologischen, pathologischen und epidemiologischen Aspekte von SARS-CoV-2 zu entschlüsseln. In diesem Sinne hatte COFONI alle niedersächsischen Corona-Forscher*innen aufgerufen, sich mit gemeinsamen fächerübergreifenden Projektvorhaben bis zu einer Höhe von 500.000 Euro auf die sogenannte Flex-Funds-Förderung zu bewerben.

„Für die Begutachtung der 26 eingegangenen Projektanträge konnten wir 52 national und international renommierte Wissenschaftler*innen gewinnen“, sagt Netzwerk-Koordinator Professor Dr. Jürgen Wienands von der Universitätsmedizin Göttingen. „Die Gutachtenden haben den Forschungsanträgen einen hohen wissenschaftlichen Anspruch, eine herausragende Qualität und internationale Wettbewerbsfähigkeit bescheinigt.“

„Die Vielzahl der eingereichten Vorhaben sowie die herausragende Qualität der ausgewählten Projekte sind ein Beleg für das enorme Potenzial der Corona-Forschung und die Stärke der Infektionsforschung in Niedersachsen“, sagt Niedersachsens Wissenschaftsminister Björn Thümler. „Mit COFONI hat das Land eine leistungsstarke Forschungsallianz geschaffen, die maßgeblich dazu beiträgt, die Kompetenzen und die wissenschaftliche Exzellenz im Land zu bündeln, um in der Pandemie Antworten auf aktuelle und drängende Fragen zu finden. Eine entsprechende Initiative sucht bundesweit ihresgleichen. Besonders freut es mich, dass es gelungen ist, zusätzliche Mittel für die Förderung der Erforschung von Long COVID bereitzustellen. Die Langzeitfolgen der Corona-Pandemie werden Niedersachsen voraussichtlich deutlich länger beschäftigen, als das akute Infektionsgeschehen. Deshalb ist es wichtig, den Fokus frühzeitig auf die Erforschung dieser Langzeitfolgen zu richten, um im Wettlauf mit dem Virus endlich den entscheidenden Schritt voraus zu kommen.“ 

Dreizehn Projekte wählte COFONI für die Flex-Funds-Förderung in Höhe von insgesamt 5,97 Millionen Euro aus. Neben den Wissenschaftler*innen des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung, der Medizinischen Hochschule Hannover, der Universitätsmedizin Göttingen, der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover, des Deutschen Primatenzentrums sowie des TWINCORE, Zentrum für Experimentelle und Klinische Infektionsforschung sind an den ausgewählten Forschungsvorhaben auch Forschende des Fraunhofer-Instituts für Toxikologie und Experimentelle Medizin, der Leibniz Universität Hannover und der Technischen Universität Braunschweig beteiligt.

„Mit Forschung im Reagenzglas, per Computer, im Tiermodell und am Menschen setzen die Flex-Funds-Projekte bewusst auf unterschiedlichen Ebenen der Corona-Forschung an“, sagt Professorin Dr. Maren von Köckritz-Blickwede von der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover, stellvertretende Netzwerk-Koordinatorin. „Die Forschenden konzentrieren sich auf die Entwicklung von Wirkstoffen gegen SARS-CoV-2 und die Untersuchung der Krankheitsursachen und Langzeitfolgen einer COVID-19-Erkrankung. Durch die enge Zusammenarbeit der niedersächsischen Universitäten, Kliniken und Forschungseinrichtungen möchten wir den Erkenntnisgewinn für einen zukünftigen Einsatz an Patientinnen und Patienten beschleunigen.“

COFONI - COVID-19-Forschungsnetzwerk Niedersachsen

Mit insgesamt 10,4 Millionen Euro unterstützt das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur den Aufbau des COVID-19-Forschungsnetzwerkes Niedersachsen (COFONI). Das Netzwerk wurde im Oktober 2020 auf Initiative von Universitätsmedizin Göttingen, Georg-August-Universität Göttingen, Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung, Medizinischer Hochschule Hannover und Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover gegründet. Außerdem gehört dem Netzwerk das TWINCORE, Zentrum für Experimentelle und Klinische Infektionsforschung  und das Deutsche Primatenzentrum – Leibniz-Institut für Primatenforschung an. Ziel des Forschungsverbundes COFONI ist es, grundlegende und wichtige Fragen zum Virus, zu molekularen Grundlagen für die Wirk- und Impfstoffentwicklung sowie zur Behandlung von Erkrankten und Modellierung von Infektionsverläufen zu erforschen. Die besondere Strategie ist dabei, die wissenschaftlichen Kernkompetenzen in der Metropolregion Göttingen-Hannover-Braunschweig zusammenzuführen, um die vorhandenen interdisziplinären und komplementären Expertisen optimal nutzen zu können. Die nötigen technischen Kompetenzen werden durch eine zentrale Technologieplattform gebündelt. Sie stellt allen Netzwerkbeteiligten übergreifende Methoden und Tiermodelle sowie Daten- und Biobanken zur Verfügung.

PROJEKTE IM ÜBERBLICK:

ERFORSCHUNG VON WIRKSTOFFEN GEGEN SARS-CoV-2

CRISPR/Cas13-vermittelte antivirale Therapie gegen SARS-CoV-2 und seine Varianten: eine neuartige Technologie zur Bekämpfung des viralen Genoms.
Prof. Dr. Elisabeth Zeisberg (UMG), Prof. Dr. Michael Zeisberg (UMG), Prof. Dr. Gerd Hasenfuß (UMG), PD Dr. Xingbo Xu (UMG), Prof. Dr. Stefan Pöhlmann (DPZ), Prof. Dr. Rabea Hinkel (DPZ, TiHo), Prof. Dr. Dr. Albert Osterhaus (TiHo).
Projektstart: 1. Februar 2022

Aktivität humaner breit neutralisierender Antikörper in einem SARS-CoV-2 Primatenmodell.
Prof. Dr. Thomas Schulz (MHH), Prof. Dr. Thomas Krey (MHH), Prof. Dr. Stefan Pöhlmann (DPZ).
Projektstart: 1. Februar 2022

Präklinische Entwicklung eines monoklonalen Antikörpers gegen SARS-CoV-2.
Prof. Dr. Ulrich Kalinke (TWINCORE), Prof. Dr. Axel Schambach (MHH), Prof. Dr. Stefan Pöhlmann (DPZ).
Projektstart: 1. März 2022

Synergistische Hemmung der Replikation von SARS-CoV-2 durch Pyrimidinanaloga und Inhibitoren der Pyrimidinsynthese.
Prof. Dr. Matthias Dobbelstein (UMG), Prof. Dr. Maren von Köckritz-Blickwede (TiHo), Prof. Dr. Asisa Volz (TiHo).
Projektstart: 1. März 2022

Nsp15-Inhibitoren zur Verhinderung künftiger viraler Pandemien (Nsp15 VIPA).
Prof. Dr. Oliver Plettenburg (Leibniz Universität Hannover), Prof. Dr. Mark Brönstrup (HZI), Prof. Dr. Ulrich Kalinke (TWINCORE), Prof. Dr. Maren von Köckritz-Blickwede (TiHo).
Projektstart: 1. April 2022

Vorhersage von Immunevasions-Mutanten (PREMUS).
Prof. Dr. Stefan Dübel (TU Braunschweig), Prof. Dr. Michael Hust (TU Braunschweig), Prof. Dr. Luka Čičin-Šain (HZI), Prof. Dr. Stefan Pöhlmann (DPZ).
Projektstart: 1. April 2022

KRANKHEITSURSACHEN UND LANGZEITFOLGEN EINER COVID-19-ERKRANKUNG

LISE – Langfristige Immunantwort älterer Individuen gegen SARS-CoV-2.
Prof. Dr. Jochen Hühn (HZI), Prof. Dr. Reinhold Förster (MHH), Prof. Dr. Yang Li, (CiiM), Prof. Dr. Thomas Illig (HUB), Prof. Dr. Stefan Pöhlmann (DPZ), Dr. Lennart Rösner (MHH), Prof. Dr. Thomas Werfel (MHH).
Projektstart: 1. Februar 2022

Aufklärung der genetischen Regulierung der Immunantwort auf eine SARS-CoV-2-Infektion mit Hilfe von Einzelzell-omics-Ansätzen.
Prof. Dr. Yang Li, (CiiM), Prof. Dr. Markus Cornberg (MHH).
Projektstart: 1. Februar 2022

Untersuchung von zirkulären RNAs als Mediatoren der SARS-CoV-2 Infektion im kardiovaskulären System.
Prof. Dr. Thomas Thum (MHH), Prof. Dr. Ulrich Kalinke (TWINCORE).
Projektstart: 1. Februar 2022

LOCO-PIN: Long COVID pneumologische, immunologische und neurologische Untersuchungen zu neuen Behandlungsoptionen.
Prof. Dr. Tobias Welte (MHH), Prof. Dr. Christine Falk (MHH), Prof. Dr. Sabine Blaschke (UMG), Prof. Dr. Günter Höglinger (MHH), Prof. Dr. Thomas Pietschmann (TWINCORE), Dr. Tobias Overbeck (UMG).
Projektstart: 1. März 2022

Die Rolle der TMPRSS2-Proteolyse bei der Ausbreitung von SARS-CoV-2 in Zellen des Respirationstrakts und in vivo.
Prof. Dr. Luka Čičin-Šain (HZI), Prof. Dr. Stefan Pöhlmann (DPZ), Prof. Dr. Martin Ulrich (MHH), Prof. Dr. Armin Braun (Fraunhofer ITEM).
Projektstart: 1. März 2022

Mechanismen der kurz- und langfristigen Auswirkungen einer SARS-CoV-2-Infektion auf die Integrität der Epithelien der Atemwege.
Prof. Dr. Wolfgang Baumgärtner (TiHo), Dr. Malgorzata Ciurkiewicz (TiHo), Prof. Dr. Klaus Schughart (HZI), Dr. Robert Geffers (HZI), Prof. Dr. Maren von Köckritz-Blickwede (TiHo), Prof. Dr. Asisa Volz (TiHo).
Projektstart: 1. April 2022

Die Rolle des Lungenmikrobioms bei SARS-CoV-2-Infektionen.
Prof. Dr. Dr. Francesca Odoardi (UMG), Prof. Dr. Alexander Flügel (UMG), Prof. Dr. Wolfgang Baumgärtner (TiHo), Prof. Dr. Asisa Volz (TiHo), PD Dr. Nicole de Buhr (TiHo).
Projektstart: 1. Juli 2022

PROJEKTPARTNER

Deutsches Primatenzentrum (DPZ) – Leibniz-Institut für Primatenforschung, Fraunhofer-Instituts für Toxikologie und Experimentelle Medizin (ITEM), Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI), Leibniz Universität Hannover, Medizinische Hochschule Hannover (MHH), Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo), Technische Universität Braunschweig, Universitätsmedizin Göttingen (UMG), Zentrum für Individualisierte Infektionsmedizin (CiiM; gemeinsame Initiative von HZI und MHH) und TWINCORE – Zentrum für Experimentelle und Klinische Infektionsforschung (gemeinsame Einrichtung von MHH und HZI).

WEITERE INFORMATIONEN
Universitätsmedizin Göttingen, Georg-August-Universität
Koordinationsbüro COVID-19-Forschungsnetzwerk Niedersachsen (COFONI)
Dr. Katja Lidschreiber
Telefon 0551 / 39-65878
Humboldtallee 34, 37073 Göttingen
cofoni@med.uni-goettingen.de
www.umg.eu/cofoni/

Universitätsmedizin Göttingen, Georg-August-Universität
Unternehmenskommunikation, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Stefan Weller
Telefon 0551 / 39-61020 
Von-Siebold-Str. 3, 37075 Göttingen
presse.medizin(at)med.uni-goettingen.de
www.umg.eu

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