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Vergiftungen durch Drogen: GIZ-Nord legt Jahresbericht 2025 vor

Das Giftinformationszentrum-Nord (GIZ-Nord) an der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) führte 2025 mehr als 52.000 Beratungen durch. Es verzeichnet damit erneut mehr Anfragen als im Vorjahr. Ein besonderes Augenmerk galt im vergangenen Jahr den Vergiftungen durch Drogen wie Cannabis, Kokain und Amphetamine.

Bild zur Presseinformation "Vergiftungen durch Drogen - Jahresbericht GIZ"
Prof. Dr. Andreas Schaper leitet das Giftinformationszentrum-Nord (GIZ-Nord) an der Universitätsmedizin Göttingen (UMG). Foto: wenzel

In mehr als 1.300 Fällen wurde das Giftinformationszentrum-Nord (GIZ-Nord) an der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) im Jahr 2025 wegen Vergiftungen durch Drogen konsultiert. Die meisten Anfragen bezogen sich auf Kokain, Amphetamine und ähnliche Drogen sowie auf Vergiftungen mit Cannabis und synthetischen Cannabinoiden. Im ersten vollen Kalenderjahr seit der teilweisen Legalisierung von Cannabis erhielt das Team des GIZ-Nord dabei rund 17 Prozent mehr Vergiftungsanfragen, die sich auf den Cannabiskonsum bezogen. Zur weiteren Klärung dieses Phänomens betreibt das GIZ-Nord seit längerem wissenschaftliche Forschung, unter anderem auch im Rahmen einer Promotion.

Rat für Laien und für medizinisches Personal
Insgesamt beantwortete das ärztliche und pflegerische Beratungsteam des GIZ-Nord im vergangenen Jahr 52.573 Anfragen zu Vergiftungen jeglicher Art – ein Zuwachs von rund zehn Prozent im Vergleich zum Jahr 2024. Dabei gehören sowohl kompetente Hilfestellung für ratsuchende Eltern als auch fachliche Expertise bei ungewöhnlichen oder schweren Vergiftungen für Rettungskräfte und Ärzt*innen zu den Aufgaben des Giftinformationszentrums. Der 24-Stunden-Service wurde 2025 erneut vermehrt von medizinischem Fachpersonal in Anspruch genommen. "Die steigende Zahl von Anfragen zeigt, wie groß der Bedarf an qualifizierter Beratung im Vergiftungsnotfall ist. Die Resonanz belegt zudem, wie gut das GIZ in der Bevölkerung und bei den Ärzt*innen bekannt ist und akzeptiert wird", betont Prof. Dr. Andreas Schaper, der Leiter des GIZ-Nord.

Der Jahresbericht des GIZ-Nord analysiert detailliert die Vergiftungsursachen, die Altersgruppen der Betroffenen und die Schwere der Vergiftungen. Oft sind es Dinge aus dem täglichen Umfeld, die besonders für Kinder gefährlich werden können. Die größte Vergiftungsgefahr geht in dieser Altersgruppe von Haushaltschemikalien und Arzneimitteln aus. Bei Erwachsenen überwiegen klar Vergiftungen mit Medikamenten.

Die Hauptaufgabe des Zentrums ist die Beratung im akuten Vergiftungsfall. Mit dem Jahresbericht und der Erstellung detaillierter Spezialanalysen kommt das GIZ-Nord einer seiner anderen zentralen Aufgaben nach: Es berichtet den Überwachungsbehörden und der Fachöffentlichkeit über das aktuelle Vergiftungsgeschehen.

Das GIZ-Nord war im Jahr 2025 an neun wissenschaftlichen Publikationen beteiligt. 16-mal berichteten Mitarbeiter*innen des GIZ-Nord in Kliniken und auf nationalen wie internationalen Kongressen über Themen wie Vergiftungen mit exotischen Gifttieren, mit Neuen Psychoaktiven Substanzen (NPS), mit Brand- und Rauchgasen sowie Vergiftungen im Kindesalter. Ebenso bietet das Team auch Vorträge für interessierte Laien an, die auf Anfrage vor Ort oder digital stattfinden können.

Giftnotruf und weitere Informationen
Weitere Informationen, die aktuellen und bisherigen Jahresberichte sowie verschiedene Warnmeldungen über aktuelle Vergiftungsgefahren sind online unter www.giz-nord.de abrufbar. 

Telefonisch ist das GIZ-Nord über die Notrufnummer 0551 / 19240 zu erreichen. 

Ansprechpartner*in Fachbereich:
Prof. Dr. Andreas Schaper, Giftinformationszentrum-Nord (GIZ-Nord), Telefon 0551 / 383180, giz-nord.info(at)med.uni-goettingen.de

Pressekontakt:
Universitätsmedizin Göttingen, Georg-August-Universität
Unternehmenskommunikation
Martin Wilmsmeier
Pressesprecher / Redakteur Unternehmenskommunikation
Von-Siebold-Str. 3, 37075 Göttingen
Telefon 0551 / 39-61027 Fax 0551 / 39-61023
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