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Nachwuchspreis 2026 der Akademie für Ethik in der Medizin geht an Dr. Esther Braun

Dr. Esther Braun wurde ausgezeichnet für ihren Beitrag zur ärztlichen Kommunikation über assistierten Suizid. Der Nachwuchspreis ist mit 2.500 Euro dotiert.

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Ausgezeichnet mit dem AEM-Nachwuchspreis 2026: Dr. Esther Braun, Vertretungsprofessorin für Philosophie der Medizin und der Technik an der FernUniversität Hagen (rechts). Foto: alfred simon

Die Akademie für Ethik in der Medizin (AEM) an der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) hat ihren Nachwuchspreis 2026 an Dr. Esther Braun, Vertretungsprofessorin für Philosophie der Medizin und der Technik an der FernUniversität Hagen, verliehen. Der Beitrag der Autorin „Why assisted dying should not be offered without an explicit patient request“, zu Deutsch: Warum Sterbehilfe nicht ohne ausdrücklichen Wunsch der*des Patient*in angeboten werden sollte, beschäftigt sich mit der ethischen Frage, ob und wie Ärzt*innen assistierten Suizid anbieten sollten, wenn Patient*innen selbst noch nicht danach gefragt haben. Der Beitrag konnte vor allem durch die Wahl einer in Deutschland bislang wenig beachteten Fragestellung sowie seine hohe analytische Qualität überzeugen. Die Verleihung des AEM-Nachwuchspreises fand anlässlich der Jahrestagung der Akademie für Ethik in der Medizin in München am 12. September 2026 statt. Der Preis ist mit 2.500 Euro dotiert.

Der Beitrag – Why assisted dying should not be offered without an explicit patient request
Der Beitrag untersucht die ethische Frage, ob medizinisches Personal assistierten Suizid von sich aus anbieten sollte, wenn Patient*innen nicht ausdrücklich danach verlangt haben. Dr. Braun argumentiert gegen solche Angebote, da sie als stigmatisierende Werturteile über die Lebensqualität kranker oder behinderter Menschen missverstanden werden können. Zudem besteht das Risiko, dass Patient*innen sich unbeabsichtigt unter Druck gesetzt fühlen, was die Freiwilligkeit ihrer Entscheidung gefährdet. Die Autorin vergleicht den assistierten Suizid mit anderen medizinischen Maßnahmen, wie etwa Abtreibungen, bei denen es sich ebenfalls um tiefgreifende und persönliche Entscheidungen handelt, die ebenfalls nicht ohne expliziten Wunsch vorgeschlagen werden sollten. Statt individueller Angebote empfiehlt sie öffentlich zugängliche Informationen für eine eigene Entscheidungsfindung, ohne Vertrauensverhältnisse zu beschädigen. Abschließend betont Dr. Braun, dass ein Verzicht auf proaktive Angebote die Stigmatisierung nicht verstärkt, solange Ärzt*innen offen und wertfrei auf direkte Patient*innenanfragen reagieren.

Die Akademie für Ethik in der Medizin (AEM) ist eine interdisziplinäre und interprofessionelle Fachgesellschaft für Ethik im Gesundheitswesen mit Sitz der Geschäftsstelle an der Universitätsmedizin Göttingen. Sie fördert den öffentlichen und wissenschaftlichen Diskurs über ethische Fragen in der Medizin, den Heilberufen und im Gesundheitswesen. Der Nachwuchspreis der AEM ist mit 2.500 Euro dotiert und wird jährlich vergeben. Ausgezeichnet werden wissenschaftliche Arbeiten von Nachwuchswissenschaftler*innen aus dem Gebiet der Ethik in der Medizin.

Pressekontakt:
Universitätsmedizin Göttingen, Georg-August-Universität
Leitung Unternehmenskommunikation
Lena Bösch 
Von-Siebold-Str. 3, 37075 Göttingen
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