Projekte des Digitalisierungszentrums

„Versteh mich bitte“

Für das Projekt „Versteh mich bitte“ hat das DigiZ 40 Video-Interviews mit Fachleuten aus Psychiatrie und Psychotherapie produziert. Behandelt werden unter anderem Depression, Angststörungen, bipolare Störungen, Suchterkrankungen, Persönlichkeitsstörungen einschließlich der Borderline-Persönlichkeitsstörung, Zwangsstörungen, Psychosen und Suizidalität. Hinzu kommen Beiträge zu Psychopharmaka, Ergotherapie, Schlafhygiene und weiteren begleitenden Themen.

Im Mittelpunkt steht dabei nicht allein das Fachwissen, sondern ebenso die Frage, wie sich ein sensibles Gespräch professionell und wertschätzend führen lässt. Studierende lernen also nicht nur die Merkmale einer Angststörung kennen, sondern erfahren zugleich, wie sich diese Symptome im Gespräch erfragen lassen, ohne die Patientin oder den Patienten zu überfordern. Es handelt sich durchgehend um Gespräche mit Fachleuten, nicht um Aufnahmen mit Patientinnen und Patienten.

Für den Einsatz in der digitalen Lehre wurden die Aufnahmen anschließend aufbereitet: Zentrale Aussagen sind visuell hervorgehoben, Kapitelmarken sowie inhaltliche Abschnitte geben den Interviews eine klare Struktur und machen einzelne Themen gezielt ansteuerbar. Hier zeigen wir als Beispiel das Gespräch über Depression.

Was Studierende lernen

  • die Leitsymptome zentraler psychiatrischer Krankheitsbilder benennen
  • belastende Themen wie Depression, Sucht oder Suizidalität ansprechen und dabei eine wertschätzende Haltung wahren
  • Wortwahl, Sprechweise und Körpersprache und an die Situation und an andere Personen anpassen

Aufnahme, audiovisuelle Aufbereitung, Schnitt und Postproduktion aller 40 Beiträge des Projekts stammen vom DigiZ.

Hybride Lehre an der UMG

Wozu hybride Lehre dient

Bei hybrider Lehre findet die Vorlesung wie gewohnt im Hörsaal statt und wird zugleich live übertragen. Studierende, die nicht vor Ort sein können, etwa wegen eines klinischen Einsatzes oder eines Termins am Medizincampus Wolfsburg, verfolgen die Veranstaltung in Echtzeit und können sich über digitale Werkzeuge daran beteiligen. Für Lehrende bedeutet das: Die Vorlesung erreicht beide Gruppen in einem Durchgang.

Einzelne Vorlesungen werden darüber hinaus aufgezeichnet und anschließend auf der Lernplattform bereitgestellt. Ob eine Aufzeichnung erfolgt, entscheiden die Lehrenden im Einzelfall.

Wie das an der UMG abläuft

Das DigiZ-Team und die eScouts übernehmen die technische Vorbereitung und die Medientechnik im Hörsaal: den Aufbau, die Steuerung von Kamera und Ton während der Vorlesung, die Übertragung selbst sowie die Einbindung interaktiver Elemente wie Live-Umfragen oder Quizfragen, mit denen sich auch die zugeschalteten Studierenden zu Wort melden können. Lehrende können sich dadurch auf die Lehre konzentrieren.

Das Video zeigt diesen Ablauf von der Vorbereitung bis zum Ende der Veranstaltung. Es richtet sich damit vor allem an Dozentinnen und Dozenten der UMG, die eine eigene Vorlesung hybrid anbieten möchten.

Was Dozierende lernen

  • eine hybride Vorlesung vorbereiten und die Technik im Hörsaal bedienen
  • Studierende vor Ort und online gleichermaßen in die Veranstaltung einbeziehen
  • einschätzen, wann sich eine zusätzliche Aufzeichnung anbietet und wie sie bereitgestellt wird

Von der Planung im Hörsaal bis zum Ende der Übertragung begleitet das DigiZ den gesamten Ablauf.

Lehrfilm „Mikroskopieren lernen – analog und digital“

Beim Mikroskopieren lernen Studierende, aus zunächst schwer einzuordnenden Gewebestrukturen die relevanten Zellmerkmale zu erkennen, zu unterscheiden und systematisch zu dokumentieren. Der Lehrfilm macht diesen Arbeitsprozess vollständig nachvollziehbar: die Wahl der Vergrößerung, die Entscheidung für einen aussagekräftigen Bildausschnitt, die Einschätzung von Zellgrößen und Proportionen und schließlich die Frage, was beim Zeichnen abstrahiert werden darf und was nicht.

Die Aufnahmen sind durchgehend aus der Perspektive der Studierenden gestaltet. Kamerabilder am Mikroskop, Bildschirmaufzeichnungen der Mikroskopie und die Zeichenphasen werden in ihren einzelnen Arbeitsschritten dargestellt.

Was Studierende lernen

  • ein Mikroskop zielgerichtet einsetzen und einen aussagekräftigen Bildausschnitt auswählen
  • Zellgrößen, Proportionen und charakteristische histologische Strukturen einschätzen und benennen
  • Beobachtungen auswählen, abstrahieren und in einer beschrifteten Zeichnung dokumentieren

Elektronische Anwesenheitserfassung (ELAN)

ELAN, die Elektronische Anwesenheitserfassung der UMG, löst die handschriftliche Teilnehmendenliste ab. Bei jedem Termin, der im Stundenplan ausgewiesen ist, erfassen Dozierende die Anwesenheit durch Scannen des Studierendenausweises; ausgenommen sind Vorlesungen und Klausuren. Diese Daten sind die Grundlage für die Bestätigung der regelmäßigen Teilnahme auf den Leistungsnachweisen nach § 27 ÄAppO. Damit beide Seiten den Ablauf sicher beherrschen, hat das DigiZ eine Anleitung entwickelt, die den gesamten Prozess abbildet.

Den Einstieg bildet ein Erklärvideo mit Bildschirmaufnahmen der App: die Anmeldung mit dem Mitarbeitendenausweis, die Auswahl der Lehrveranstaltung über die Filter „Eigene“, „Offen“ und „Beendet“, die Teilnehmendenliste und schließlich das Scannen des Studierendenausweises per NFC. Zu sehen ist also die Oberfläche, die Dozierende wenige Minuten später selbst vor sich haben.

Die Anleitung behandelt darüber hinaus die Situationen, die im Alltag tatsächlich auftreten: ein vergessener Studierendenausweis, ein kurzfristiger Tausch zwischen zwei Studierenden, das Nachtragen einzelner Personen bis zum Ablauf des Tages und der Betrieb ohne WLAN einschließlich der manuellen Übertragung an den Server. Für Studierende zeigt sie, wo im Studierendenportal unter „Anwesenheit“ die erfassten Termine erscheinen und wie fehlende Einträge innerhalb von sieben Tagen über das zentrale Formular gemeldet werden.

Was Dozierende und Studierende lernen

  • sich in ELAN anmelden, die eigene Lehrveranstaltung auswählen und die Anwesenheit erfassen, auch bei fehlendem Ausweis, Veranstaltungstausch oder unterbrochener Netzverbindung
  • die erfassten Anwesenheiten im Studierendenportal prüfen und fehlende Einträge innerhalb der Frist von sieben Tagen melden
  • wissen, an wen sie sich bei technischen Störungen wenden können

Lerneinheit „Virtuelle Sprechstunde – Fall 3“

Eine zehnjährige Patientin, Zahnschmerzen, spürbare Angst vor der Behandlung: Mit diesem Ausgangspunkt beginnt die Lerneinheit „Virtuelle Sprechstunde – Fall 3“, die das DigiZ für Studierende der Zahnmedizin entwickelt hat. Sie führt zur Diagnose einer Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation (MIH) und weiter bis zur Therapie und deren Reevaluation.

Die Lerneinheit ist als verzweigtes Fallszenario angelegt, als sogenanntes Branching Scenario: Der Fall nimmt je nach Entscheidung der Studierenden einen anderen Verlauf. Spielerische Elemente und unmittelbares Feedback begleiten den Weg durch den Fall. Studierende beobachten also nicht eine Behandlung, sondern führen sie selbst durch.

Den Einstieg bildet ein Animationsfilm. An einer entscheidenden Stelle hält das Gespräch zwischen Zahnärztin und Patientin an, und die Studierenden übernehmen: Sie schätzen die Situation ein und bestimmen, wie es weitergeht. Nach jedem Abschnitt der Lerneinheit prüfen Auswahlfragen, ob der Fall richtig eingeordnet wurde.

Anschließend analysieren die Studierenden ein Röntgenbild und bearbeiten Auswahlfragen, Lückentexte und eine Zuordnungsaufgabe zu den Befunden einer MIH. An einem klinischen Foto benennen sie die Auffälligkeiten selbst, Bereich für Bereich. Zum Abschluss macht ein Schieberegler das Behandlungsergebnis im direkten Vergleich sichtbar.

Was Studierende lernen

  • die relevanten Befunde einer Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation erkennen und von den wichtigsten Differentialdiagnosen abgrenzen
  • geeignete diagnostische Schritte auswählen und daraus ein klinisch begründetes Vorgehen ableiten
  • Therapieoptionen patientenorientiert erläutern und den Behandlungsverlauf reevaluieren

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