FAQ

1. Welche Einstellungsvoraussetzungen gibt es für Professoren?

Die Einstellungsvoraussetzungen für die Berufung zum Professor ergeben sich aus § 25 des Niedersächsischen Hochschulgesetzes:

1. Ein abgeschlossenes Hochschulstudium

2. Durch praktische Erfahrungen bestätigte pädagogisch- didaktische Eignung

3. Die besondere Befähigung zu vertiefter selbständiger wissenschaftlicher Arbeit, die in der Regel durch eine überdurchschnittliche Promotion nachgewiesen wird, oder die besondere Befähigung zu künstlerischer Arbeit und

4.a) Zusätzliche wissenschaftliche Leistungen, die in der Regel im Rahmen einer Juniorprofessur oder einer Habilitation, im Übrigen auch im Rahmen einer Tätigkeit als wissenschaftliche Mitarbeiterin oder wissenschaftlicher Mitarbeiter an einer Hochschule oder einer außeruniversitären Forschungseinrichtung oder im Rahmen einer anderen wissenschaftlichen Tätigkeit im In- oder Ausland erbracht worden sind,

4.b) zusätzliche künstlerische Leistungen oder

4.c) besondere Leistungen bei der Anwendung oder Entwicklung wissenschaftlicher Erkenntnisse und Methoden in einer mindestens fünfjährigen beruflichen Praxis, von der mindestens drei Jahre außerhalb des Hochschulbereichs ausgeübt worden sein müssen.

2. Welche Einstellungsvoraussetzungen gibt es für Juniorprofessoren?

Die Einstellungsvoraussetzungen für die Berufung zum Juniorprofessor ergeben sich aus § 30 des Niedersächsischen Hochschulgesetzes:

1. Ein abgeschlossenes Hochschulstudium,

2. Pädagogisch- didaktische Eignung und

3. Die besondere Befähigung zu vertiefter selbständiger wissenschaftlicher Arbeit, die in der Regel durch die herausragende Qualität einer Promotion nachgewiesen wird, oder die besondere Befähigung zu selbständiger künstlerischer Arbeit.

4. Juniorprofessorinnen und Juniorprofessoren mit ärztlichen, zahnärztlichen oder tierärztlichen Aufgaben sollen zusätzlich die Anerkennung als Fachärztin oder Facharzt oder, soweit diese in dem jeweiligen Fachgebiet nicht vorgesehen ist, eine ärztliche Tätigkeit von mindestens fünf Jahren nach Erhalt der Approbation, Bestallung oder Erlaubnis der Berufsausübung nachweisen. § 25 Abs. 2 Satz 1 gilt entsprechend.

5. Sofern vor oder nach der Promotion eine Beschäftigung als wissenschaftliche Mitarbeiterin oder  wissenschaftlicher Mitarbeiter oder wissenschaftliche Hilfskraft erfolgt ist, sollen Promotions- und  Beschäftigungsphase zusammen nicht mehr als sechs Jahre, im Bereich der Medizin nicht mehr als neun Jahre betragen haben.

3. Berufung eines Mitarbeiters der Universitätsmedizin Göttingen. Welche Regelungen gibt es?

§ 26 Abs. 5 Satz 5 NHG

Bei einer Berufung auf eine Professur können Juniorprofessorinnen und Juniorprofessoren oder sonstige Mitglieder der eigenen Hochschule in der Regel nur dann berücksichtigt werden, wenn sie nach der Promotion die Hochschule gewechselt hatten oder mindestens zwei Jahre außerhalb der berufenden Hochschule wissenschaftlich tätig waren. Bei der Berufung auf eine Professur können sonstige Mitglieder der eigenen Hochschule nur bei besserer Eignung als andere Bewerberinnen und Bewerber und bei Vorliegen der Voraussetzungen des Satzes 5 berücksichtigt werden.

4. Welche Befangenheitsgründe gibt es?

Kommissionsmitglieder dürfen Bewerbern, die in die engere Auswahl gekommen sind, werdegangbezogen nicht nahestehen. In diesem Fall ist ein neues Mitglied in die Berufungskommission zu benennen.

Regelbeispiele für Befangenheiten in Anlehnung an die DFG-Rahmengeschäftsordnung für Fachkollegien:

  • Verwandtschaft, Ehe, Lebenspartnerschaft beziehugsweise Angehörigeneigenschaft
  • Persönliche Bindungen oder Konflikte
  • Enge wissenschaftliche Kooperation, zum Beispiel Durchführung gemeinsamer Projekte bzw. gemeinsame
  • Publikation innerhalb der letzten drei Jahre
  • Unmittelbare wissenschaftliche Konkurrenz mit eigenen Projekten oder Plänen
  • Lehrer- / Schülerverhältnis, es sei denn, es besteht eine unabhängige wissenschaftliche Tätigkeit seit mehr als zehn Jahren
  • Dienstliches Abhängigkeitsverhältnis innerhalb der letzten drei Jahre
  • Beteiligung an laufenden oder unmittelbar zuvor abgeschlossenen Berufungsverfahren (ausgenommen die Beteiligung als Berufungsbeauftragte oder Berufungsbeauftragter)
  • Eigene wirtschaftliche Interessen an der Entscheidung über die zu besetzende Stelle

5. Welche Gremien sind in einem Berufungsverfahren zu beteiligen?

Bevor die Professorenstelle ausgeschrieben werden kann, müssen folgende Gremien zur Einleitung des Berufungsverfahrens beteiligt werden:

  • Dekanat (Dekan & Prodekane): Einleitung des Berufungsverfahrens
  • Vorstand: Einleitung des Berufungsverfahrens und die Ausstattung der Professur
  • Fakultätsrat: Einleitung des Berufungsverfahrens und Einsetzung der Berufungskommission
  • evtl. Strukturkommission: bei unklaren Strukturfragen
  • Stiftungsausschuss UMG: Einleitung des Berufungsverfahrens + Ausschreibungstext
  • Fakultätsrat: Ausschreibungstext
  • Vorstand: Ausschreibungstext und Zusammensetzung der Berufungskommission

Sobald die Berufungskommission eine Berufungsliste erstellt hat, muss das Einvernehmen zum Berufungsvorschlag in folgenden Gremien hergestellt werden:

  • Fakultätsrat
  • Akademischer Senat
  • Vorstand
  • Präsidium
  • Stiftungsausschuss UMG

6. Wer ist in der Berufungskommission stimmberechtigt?

In Berufungskommissionen sind die Mitglieder der Hochschullehrergruppe, die Studierenden und die Wissenschaftlichen Mitarbeiter stimmberechtigt. Die Mitglieder der MTV-Gruppe sind gem. § 25 Abs. 3 der Grundordnung in Berufungsangelegenheiten beratend tätig.

7. Wer ist neben den Mitgliedern der Berufungskommission zu den Sitzungen der einzuladen?

Neben den Mitgliedern der Berufungskommission, sind auch folgende Gäste zu den Sitzungen der Berufungskommission einzuladen:

  • Vorstand 1 – Forschung und Lehre
  • Vorstand 2 – Krankenversorgung
  • Vorstand 3 – Administration und Wirtschaftsführung
  • Gleichstellungsbeauftragte der UMG
  • Schwerbehindertenvertretunga

8. Was bedeutet "doppelte Mehrheit"?

Beschlüsse in Berufungsverfahren sind sowohl mit der Mehrheit der stimmberechtigten Mitglieder des Gremiums als auch mit der Mehrheit der dem Gremium angehörenden Mitglieder der Hochschullehrergruppe zu fassen (doppelte absolute Mehrheit).

Es ist zu protokollieren, mit welcher Stimmenzahl hiernach ein Beschluss zustande gekommen ist; der Hinweis auf die Einstimmigkeit des Beschlusses genügt nicht. Auch ist das Abstimmungsergebnis der Mitglieder der Hochschullehrergruppe zu protokollieren.

9. Wie erstelle ich den Abschlussbericht?

Der Abschlussbericht der Berufungskommission muss folgende Punkte beinhalten:

  • Angaben über die Zusammensetzung der BK/AK
  • Die Teilnahme der Mitglieder der BK/AK an den Sitzungen ist zu dokumentieren
  • Dokumentation des Berufungs-/Auswahlverfahrens, d.h. Ausführungen über den Gang der Vorauswahl der Bewerber und die dabei angewandten Kriterien.
  • Hinweis auf das Vorhandensein bzw. das Nichtvorhandensein von Bewerbungen Schwerbehinderter sowie auf die Einbeziehung der Schwerbehindertenvertretung in das Verfahren sowie auf das Ergebnis
  • Bewertung der Vorträge und Lehrproben
  • Auseinandersetzung mit den Gutachtern
  • Die Beschlüsse der BK/AK einschließlich der Abstimmungsergebnisse im Einzelnen
  • Die Kandidaten des Listenvorschlags sind in der Reihenfolge des Vorschlags einzeln im Hinblick auf ihre Leistungen in Forschung, Lehre und ggf. Krankenversorgung, der persönlichen Eindrücke aus Vortrag und Lehrprobe sowie der Stellungnahmen der einzelnen Gutachter zu würdigen (Bewertung der wissenschaftlichen Arbeiten, Vorträge, Bewertung der Lehrproben, Gespräche mit der Kommission)
  • Der Berufungsvorschlag muss eine eingehende und vergleichende Würdigung der fachlichen, pädagogischen und persönlichen Eignung der Kandidaten enthalten sowie eine Begründung für die gewählte Reihenfolge
  • Zusammenfassung der Beweggründe die die Berufungskommission zu ihrer Reihung der Bewerber veranlasst hat
  • Ausführung und Begründung zur Abstimmung über die Listenplätze und die Gesamtliste sowie genaue Dokumentation der Abstimmungsergebnisse
  • Stellungnahme des Berufungsbeauftragten ist beizufügen.

Der Abschlussbericht muss am 10. Tag (i.d.R. Freitag) bis 12 Uhr vor der Fakultätsratssitzung dem Dekanat vorliegen, damit das Berufungsverfahren im Fakultätsrat behandelt werden kann.

10. Wer unterstützt administrativ das Verfahren?

Die Verfahren werden administrativ durch Frau Semmelmaier (Tel: 0551 39-9906, E-Mail asemmelmaier@med.uni-goettingen.de) und Frau Röser (Tel: 0551 39-9534, E-Mail juliane.roeser@med.uni-goettingen.de) unterstützt.

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