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Nachruf für Universitätsprofessor Dr. Georg-Friedrich Kahl

Ehemaliger Ordinarius für Pharmakologie und Toxikologie, Direktor der Abteilung Toxikologie der Universitätsmedizin Göttingen und Begründer des Giftiformationszentrum-Nord, im Alter von 82 Jahren verstorben.

(umg) Universitätsprofessor Dr. med. Georg-Friedrich Kahl, ehemaliger Direktor der Abteilung Toxikologie an der Universitätsmedizin Göttingen, ist am 1. Februar 2019 im Alter von 82 Jahren verstorben. Von 1985 bis zu seinem Ruhestand im Juli 2003 hatte Prof. Dr. Georg-Friedrich Kahl den Lehrstuhl für Pharmakologie und Toxikologie an der Medizinischen Fakultät der Universität Göttingen inne und leitete die Abteilung Toxikologie. Er war federführend beteiligt an der Gründung und dem Aufbau des Giftinformationszentrums-Nord (GIZ-Nord) mit Sitz am Universitätsklinikum Göttingen. Von 1995 bis 2003 leitete er das Kompetenzzentrum GIZ-Nord für Vergiftungsberatung im norddeutschen Raum für die Länder Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein.

Neben seiner Tätigkeit als Wissenschaftler und Hochschullehrer war Prof. Kahl in den Gremien der Medizinischen Fakultät an der Universität Göttingen aktiv. Er war bis 1992 Mitglied des Fakultätsrats und gehörte viele Jahre der Habilitationskommission der Medizinischen Fakultät an. In der Kommission zur „Auszeichnung von Persönlichkeiten“ engagierte er sich noch weit über seinen Ruhestand hinaus bis 2009.

Die Universitätsmedizin Göttingen (UMG) trauert um einen äußerst engagierten, national wie international erfolgreichen Wissenschaftler und begeisterten Hochschullehrer. Die Universitätsmedizin Göttingen wird ihm ein ehrendes Andenken bewahren.

Prof. Kahls wissenschaftliche Schwerpunkte lagen auf der Erforschung von biochemischen Grundlagen der Arzneimittel- und Fremdstoffwirkungen. Während seiner Tätigkeit in Göttingen befasste er sich unter anderem mit Fragen des krebserzeugenden chemischen Stoffwechsels. Er führte Untersuchungen zu Giftungs- und Entgiftungskapazitäten der Lunge durch, um daraus Schlüsse für eine Tumorbekämpfung der Lunge zu gewinnen. Daneben forschte er an einer genauen Messmethode von in Gewebe befindlichen Arzneien, mit dem Ziel, über Infusionspumpen eine exakte Dosierung für die Lunge zu erreichen.

Seine Kompetenz in Fragen der Pharmakologie und Toxikologie hat Prof. Kahl konsequent auch Gremien und der Gesellschaft zur Verfügung gestellt. Zudem galt sein Interesse der Arzneimittelsicherheit für die Bevölkerung. Er war Gutachter unter anderem für die Deutsche Forschungsgemeinschaft, für das Bundesgesundheitsamt und gehörte dem Wissenschaftlichen Beirat der Forschungsgesellschaft für Arbeitsphysiologie und Arbeitsschutz e.V. in Dortmund an. Er war Mitglied der Arbeitsgruppe „Gesundheit und Umwelt“ der Landesärztekammer Niedersachsen, gehörte der Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft als korrespondierendes Mitglied und der Toxikologischen Expertengruppe der Störfallkommission des Umweltministeriums an. Außerdem war Prof. Kahl Mitglied in der Tierschutzkommission der Bezirksregierung Braunschweig.

Darüber hinaus engagierte er sich herausragend in der Förderung des akademischen Nachwuchses. Viele Jahre war er Vertrauensdozent der Studienstiftung des Deutschen Volkes.

Prof. Dr. Georg-Friedrich Kahl wurde am 21. Oktober 1936 in Potsdam geboren. Er studierte von 1955 bis 1961 Humanmedizin in Hamburg und Tübingen. 1961 absolvierte er seine Ärztliche Prüfung und studierte im Anschluss bis 1964 Psychologie. Er wurde 1966 an der Medizinischen Fakultät in Hamburg mit einer pharmakologisch-toxikologischen Dissertation zu „Untersuchungen zum Sauerstoffverbrauch isolierter Peritonealmastzellen der Ratte während der Histaminfreisetzung durch Substanz 48/80“ zum Dr. med. promoviert. Danach war er an Pharmakologischen Instituten in Hamburg und Mainz tätig. 1971 habilitierte er sich an der Universität Mainz. Er erhielt die venia legendi für Pharmakologie und Toxikologie. 1985 folgte er dem Ruf auf eine Professur für Toxikologie und Pharmakologie an die Universität Göttingen.

Prof. Kahl war Mitglied der Gesellschaft für Toxikologische und Forensische Chemie (GTFCh). An der Zeitschrift „Progress in Pharmacology” arbeitete er als einer der Herausgeber mit und war beratender Herausgeber von „Naunyn-Schmiedeberg’s Archives of Pharmacology“.

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