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Aktuelles aus der UMG

| Presseinformation Nr. 113 / 2019

Demenzkranke Menschen besser versorgen: Regionale Krankenhäuser bekommen gerontopsychiatrische Unterstützung aus der UMG

Niedersächsisches Sozialministerium fördert Göttinger Modellprojekt zur Demenzversorgung an Krankenhäusern. Konsiliardienst der Gerontopsychotherapie an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der UMG erhält Förderung in Höhe von rund 207.000 Euro für 14 Monate.

UMG-Projekt zur Demenzversorgung an Krankenhäusern erhält Förderung: (v. l.) Nora Wehrstedt, Vizepräsidentin der Pflegekammer Niedersachsen, Dr. Jürgen Brommer, Vorsitzender, Alzheimer Gesellschaft Niedersachsen e. V., Dr. Carola Reimann, Niedersächsische Ministerin für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung, Helge Engelke, Verbandsdirektor, Niedersächsische Krankenhausgesellschaft e. V., Dr. Katrin Radenbach, Oberärztin der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie UMG, Prof. Dr. Jens Wiltfang, Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie UMG, Priv.-Doz. Dr. Dr. Björn Schott, Oberarzt der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie UMG. Foto: Niedersächsisches Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung.

(umg) Die Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) hat sich mit ihrem Konzept für einen Demenz-Konsiliardienst für Krankenhäuser der Regelversorgung in der Region Göttingen erfolgreich durchgesetzt. Im Wettbewerb des Niedersächsischen Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung um Zuwendungen für Modellprojekte zur besseren Versorgung Demenzerkrankter während eines stationären Krankenhausaufenthaltes hat das Konzept den Zuschlag bekommen. Das Niedersächsische Sozialministerium fördert das Göttinger Modellprojekt „Demenz-Konsiliardienst für Krankenhäuser der Regelversorgung – ein kombiniertes aufsuchendes und telemedizinisches Konzept“ mit 206.908,58 Euro für eine Laufzeit von 14 Monaten. Initiatoren des Projekts sind Dr. Katrin Radenbach, Priv.-Doz. Dr. Dr. Björn Schott und Prof. Dr. Jens Wiltfang von der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der UMG. Das Projekt startet Anfang des Jahres 2020.

Die Entscheidung für die Förderung gab Niedersachsens Sozial- und Gesundheitsministerin Carola Reimann am Mittwoch, dem 18. September 2019, im Rahmen des Fachforums „Demenz im Krankenhaus“ in Hannover bekannt. Insgesamt zeichnete das Niedersächsische Sozialministerium neun Modellprojekte aus. Die Gesamtfördersumme liegt bei 1,5 Millionen Euro. Mit der Förderung unterstützt das Sozialministerium Krankenhäuser dabei, die Versorgung von demenzkranken Patient*innen während eines Krankenhausaufenthalts weiter zu entwickeln.

DAS GEFÖRDERTE PROJEKT

„Demenz-Konsiliardienst für Krankenhäuser der Regelversorgung – ein kombiniertes aufsuchendes und telemedizinisches Konzept“

Im Rahmen des geförderten Modellprojekts wird die Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) einen fachärztlich-geronto­psychiatrischen Konsiliardienst zur Mitbetreuung von Menschen anbieten, die an einer Demenz erkrankt sind und in Krankenhäusern der Regelversorgung ohne eigene Neurologie oder Psychiatrie im Einzugsbereich der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der UMG stationär behandelt werden. Die Unterstützung kommt Krankenhäusern in den Landkreisen Göttingen, Northeim und Goslar zugute. Das Konzept soll mit einer Kombination aus persönlichem Besuch und telemedizinisch über Video-Sprechstunde umgesetzt werden.

„Angst, Unruhe, Aggressivität, Schlafstörungen und insbesondere Verwirrtheitszustände sind typische Begleiterscheinungen von Demenz. Im Konsiliardienst empfehlen wir dazu individuelle, auf die jeweilige Person bezogene diagnostische und therapeutische Maßnahmen zur Behandlung“, sagt Dr. Katrin Radenbach, Oberärztin im gerontopsychiatrischen Bereich an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der UMG. Unterstützung soll der Konsiliardienst auch bzgl. weitergehender diagnostischer Maßnahmen zur Differentialdiagnostik eines dementiellen Syndroms und dessen Komplikationen geben. Dazu gehört auch die Empfehlung von therapeutischen und soziotherapeutischen Hilfestellungen. Eine in der Gerontopsychiatrie erfahrene Pflegekraft soll außerdem die Pflegekräfte vor Ort in den Krankenhäusern beraten zum pflegerischen Umgang mit Patient*innen mit dementiellen Syndromen: Welche Kommunikationsmöglichkeiten gibt es? Und wie lässt sich eine Krankenhausumgebung so gestalten, dass sie den besonderen Bedürfnissen dieser Patient*innen entgegenkommt?

ZIELE DES PROJEKTS

„Eines unserer Ziele ist es, oft auftretende Komplikationen bei der stationären Behandlung von Demenzkranken im Zusammenhang mit Arzneimitteltherapie zu verringern und Nebenwirkungen von Arzneimitteln zu vermeiden“, sagt Privatdozent Dr. Dr. Björn Schott, Oberarzt an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der UMG. Durch die Förderung von Kompetenzen bei der Behandlung von Demenzpatient*innen in den Krankenhäusern vor Ort trägt das Projekt zudem mit dazu bei, dass eine stationäre Versorgung dieser Patient*innen nah an ihrem Wohnort ermöglicht wird.

Um eine langfristige Wirkung des Projektes über den Förderzeitraum hinaus zu ermöglichen, sollen ärztliche und pflegerische Mitarbeiter*innen der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der UMG das Personal der teilnehmenden Krankenhäuser in den Grundlagen der Versorgung von Demenzkranken weiterbilden. Dazu wird ein Fortbildungs-Curriculum eingerichtet, das ärztliche und pflegerische Grundlagen der Versorgung von Menschen mit Demenzerkrankungen im stationären Umfeld umfasst.

Begleitende Forschung ergänzt den praktischen Teil des Projekts. Sie soll unter anderem Erkenntnisse zum aktuellen Bedarf an konsiliarisch-gerontopsychiatri­scher Versorgung in Krankenhäusern bringen. Außerdem wird untersucht, wie sich das Modellprojekt mit seinen Maßnahmen auf die Versorgung Demenzkranker auswirkt. Zudem im Blick der Forschung: Die sog. „Polypharmazie“, die gleichzeitige Gabe mehrerer Arzneimittel und ihre wechselseitige Beeinflussung in der Versorgung oft auch körperlich schwer kranker Demenzpatient*innen.

„Konsiliardienst“

Ein Konsiliardienst ist ein Angebot zur Beurteilung und Mitbetreuung von Patient*innen, die in anderen Abteilungen derselben Klinik oder in anderen Krankenhäusern behandelt werden. Dieser Konsiliardienst kann von den Ärzt*innen der anderen Abteilung bzw. Klinik für deren Patient*innen angefordert werden. Die Kolleg*innen werden im Fall des von der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der UMG geplanten Konsiliardienstes konkret beraten hinsichtlich der Behandlung von Demenzpatient*innen und allen im Rahmen dieser Erkrankung auftretenden Probleme.

WEITERE INFORMATIONEN:
Universitätsmedizin Göttingen, Georg-August-Universität
Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie
Von-Siebold-Str. 5, 37075 Göttingen
Direktor: Prof. Dr. Jens Wiltfang
Telefon 0551 / 39-66601, jens.wiltfang(at)med.uni-goettingen.de
Dr. Katrin Radenbach, Oberärztin Gerontopsychiatrie,
katrin.radenbach@med.uni-goettingen.de
Priv.-Doz. Dr. Dr. Björn Schott, Oberarzt Gerontopsychiatrie,
bjoernhendrik.schott@med.uni-goettingen.de
www.umg.eu

 

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