Projekte & Arbeitsfelder

Medizindidaktik und Ausbildungsforschung

In unserem Bereich gibt es eine Vielzahl an Arbeitsfeldern. Vor Beginn des Studiums werden die neuen Studierenden ausgewählt und mit Vorkursen für das Studium fit gemacht. Die Konzeption von Lehre und die Verbesserung der Lehrqualität, sowie die Implementierung von digitalen Lehr-, Lern- und Prüfungsformaten sind ebenfalls wichtige Bereiche unserer Arbeit. Durch den Einsatz von Simulationspatienten und realitätsnahen Einrichtungen, wie z.B. das Lehrhospital soll ein frühzeitiger Bezug zur späteren beruflichen Praxis hergestellt werden.

In spezifischen Projekten werden u.a. neue Lehrformate entwickelt. Zudem beteiligen wir uns an standortübergreifenden Forschungsvorhaben.

Arbeitsfelder - Infos & Kontakte

Auswahlverfahren für Medizinstudierende

Das Auswahlverfahren der Hochschule gibt es in der heutigen Form seit dem Wintersemester 13/14. Jedes Semester durchlaufen ca. 270 Bewerber und Bewerberinnen das Verfahren, um sich einen der begehrten Studienplätze in Human- und Zahnmedizin zu sichern. Viele zeitliche und personelle Ressourcen fließen in die Vorbereitung und Durchführung, um einen qualitativ hochwertigen und fairen Auswahlprozess zu gestalten. Derzeit ändern sich die gesetzlichen Grundlagen für die Auswahlverfahren in der Medizin und deutschlandweit müssen Fakultäten ihre Auswahlverfahren neu konzipieren (siehe: https://www.hochschulstart.de/sfh/startseite/news-1/aktuell#c1624). Göttingen ist Teil eines Forschungsverbunds, der sich zum Ziel gesetzt hat, Auswahlverfahren in der Medizin zukünftig noch mehr an wissenschaftlichen Kriterien auszurichten.

Kontakt: Theresa Seifert

Curriculums-Entwicklung

Um Lehre zu entwickeln, zu gestalten und zu optimieren, sind wir in diesem Bereich insb. in drei Schwerpunkten aktiv:

Der Lernzielkatalog

Der Göttinger Lernzielkatalog (https://www.umg.eu/studium-lehre/studiengaenge/humanmedizin/klinik-humanmedizin/lernzielkatalog/) umfasst die Gesamtheit der prüfungsrelevanten Lehr- und Lerninhalte in der klinischen Ausbildung. Die Schwerpunkte des Lernzielkatalogs sollen sich in Lehre und Prüfungen widerspiegeln. Im Jahr 2017 wurde der Katalog grundlegend überarbeitet, mit dem NKLM in Einklang gebracht und um zentrale Anvertraubare Professionelle Tätigkeiten erweitert. Ein Lernzielkatalog sollte ein „lebendiges“ Dokument sein, das laufend angepasst und aktualisiert wird. Außerdem kann er der Schwerpunktsetzung in der Lehre dienen.

Ansprechpartner: Tim Becker

Lernzielorientierte Evaluation der Lehre

Am Ende jedes Moduls wird eine Evaluation durchgeführt. Dabei können unterschiedliche Dimensionen der Lehrqualität betrachtet werden. Neben der studentischen Zufriedenheit mit der Lehre (die von den meisten Evaluationsbögen ermittelt wird) können einerseits strukturelle und prozedurale Aspekte er Lehre, andererseits aber auch die Professionalität der Lehrenden und der studentische Lernerfolg bewertet werden. Die in Göttingen entwickelte Lernerfolgsevaluation bezieht sich auf den Lernzielkatalog und hilft dabei, spezifische Stärken und Schwächen einzelner Lehrveranstaltungen und Module zu identifizieren. Wir entwickeln dieses Instrument in internationalen Forschungsprojekten weiter.

Ansprechpartner: Janina Barth

Konzeption der Lehre am Campus Braunschweig der UMG

Wir beteiligen uns an den Arbeitsgruppen zur Etablierung eines neuen klinischen Campus und erarbeiten hier insbesondere Konzepte zur didaktischen Qualifikation der Lehrenden und zur Umsetzung innovativer digitaler Lehrkonzepte.

Ansprechpartner: Prof. Dr. Tobias Raupach

E-Learning

Die Universitätsmedizin Göttingen zeichnet sich durch ein breites Angebot unterschiedlicher e-Learning Projekte aus. Unser Ziel ist es, die Lehre nachhaltig zu unterstützen und innovative digitale Lehrinnovationen zu erproben und langfristig zu implementieren. Wir bieten Dozierenden Unterstützung bei der Entwicklung und Durchführung digitaler Lehrangebote an. Unser Angebot reicht von Beratungen bezüglich der didaktische-konzeptionellen Ausarbeitung bis hin zur Durchführung, Auswertung und Evaluation.

Zu den digitalen Lehr-Interventionen, die in Göttingen entwickelt und von unserem Team beforscht werden, gehören die virtuelle Notaufnahme EMERGE, die elektronischen Fallseminare, die studienbegleitende Examensvorbereitung #clue, das Podcast-Programm MOVIE und – neuerdings – das studiengangsweite Flipped Classroom-Projekt.

Ansprechpartner: Amelie Friederike Büttcher

Elektronische Prüfungen

Studierende und Lehrende profitieren bei E-Prüfungen von einer Verringerung der Korrekturzeit und einer schnelleren Bekanntgabe von Prüfungsergebnissen. Standardisierte Prüfungsabläufe und leicht lesbare Schriften führen zu einer objektiveren Benotung. Die Qualität der Fragen wird durch vielfältige Fragenformate, zum Teil auch durch die Einbindung von Bildern oder Videoclips, unterstützt. Im Nachgang hilft die Erhebung von statistischen Daten, die Klausuren ständig zu optimieren. Lehrende erhalten eine technische Einweisung in die Prüfungssoftware und haben die Möglichkeit, an einer didaktisch ausgerichteten Schulung zur Erstellung guter Prüfungsfragen teilzunehmen. Studierende haben die Möglichkeit an einer Einweisung, inklusive allgemeiner Übungsklausur, teilzunehmen und freie Übungszeiten im Prüfungsraum zu nutzen.

Ansprechpartner: Dr. Manfred Herrmann

IT-Systementwicklung

Zu unseren Tätigkeitsschwerpunkten in der Lehr IT und somit zu unseren Kernaufgaben gehörigen zum einen die IT-Systemadministration, das Consulting für IT-Projekte innerhalb der Lehre sowie die ständige Begleitung und Entwicklung von IT Projekten für verschiedene Fachbereiche der UMG. Beschreibung

  • Betreuung der IT-Infrastruktur des Digitalen Prüfungs- und Schulungszentrums (DiPS) im Auftrag der UMG
  • IT-Systemadministration unterschiedlicher IT-Systeme für die Lehre (EvaSys, LuPo, StuPo, IMS, Ilias und FACTScience)
  • Ständige Weiterentwicklung und Betreuung der in der Lehre eingesetzten IT-Systeme
  • Beratung und Betreuung (Consulting) für IT-Projekte innerhalb der Lehre
  • Schulungen für alle eingesetzten Systeme
  • Enge Zusammenarbeit mit weiteren IT-Bereichen der UMG
  • Schaffung und Optimierung von Schnittstellen

Ansprechpartner: Christian Münscher

Kooperationen

In Zusammenarbeit mit der Hochschule für angewandte Wissenschaften und Kunst (HAWK) bietet die UMG Studiengänge an, die sich durch praxisnahe Lehre, interdisziplinäre Zusammenarbeit und eine enge Betreuung auszeichnen. Wir beteiligen uns an der Curricularplanung für die Bachelor-Studiengänge Medizinisches Ingenieurswesen und Soziale Arbeit im Gesundheitswesen.

Homepage: http://gesundheitscampus-goettingen.de/

Ansprechpartner: Prof. Dr. Tobias Raupach

Schulungskoordination und -durchführung zum klinischen Arbeitsplatzsystem MEONA

Schulungskoordination und-durchführung zum klinischen Arbeitsplatzsystem MEONA

Im Rahmen der Einführung des klinischen Arbeitsplatzsystems MEONA an der UMG, übernehmen wir die Durchführung und Koordination von Schulungen, damit die Mitarbeiter*innen der UMG gut auf das Programm vorbereitet werden. MEONA wurde bereits in der Klinik für Kardiologie und Pneumologie und in der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Kinderchirurgie eingeführt.

Ansprechpartner: Janina Barth

Simulationspatienten-Programm

Simulationspatient*innen (SP) sind geschulte Personen, die Patientenrollen in Übungen und Prüfungen in der medizinischen Ausbildung übernehmen. Dabei steht das Training von Arzt-Patienten-Gesprächen (Anamnese, Aufklärung) und körperlichen Untersuchungen im Mittelpunkt. SP spielen keine eigenen Erkrankungen, sondern erhalten Patientenrollen, die bestimmte Krankheitsbilder, Symptome, Verhaltensweisen sowie Persönlichkeitsmerkmale mit unterschiedlichen Anforderungsniveaus umfassen. In kleinen Rollenspielen können Studierende ihre kommunikativen und praktischen Fertigkeiten trainieren. In besonderen Übungseinheiten geben Simulationspatient*innen auch ein Feedback aus „Patientensicht“. 

https://www.umg.eu/studium-lehre/staeps/simulationspatienten-programm/

Ansprechpartner: Susanne Borgmann

Studiengangsmonitoring

Das Studiengangsmonitoring als Instrument soll zur Verbesserung der Beratung von Studierenden beitragen, damit ein bestmöglicher Studienerfolg möglich ist. Der Verlauf umfasst beide Studienabschnitte des Medizin-Studienganges. Ziel ist es, kritische Momente im Studium zu identifizieren und Hilfsangebote für Studierende zu entwickeln bzw. die Lehre oder das Auswahlverfahren zu verbessern oder anzupassen.

Ansprechpartner: Fred Viezens

Vorkurse

Die Vorbildung von Studiumsneulingen ist gerade in den naturwissenschaftlichen Fächern wie Chemie und Physik zu Beginn des Medizinstudiums extrem unterschiedlich ausgeprägt. Mithilfe von freiwilligen Vorkursen (Propädeutika) soll den Studierenden der Einstieg in das Studium erleichtert werden. Die wichtigsten Basiskenntnisse werden in Kürze aufgefrischt, um so einen leichten Zugang zu den naturwissenschaftlichen Fächern, Chemie und Physik, möglich gemacht.

https://www.umg.eu/studium-lehre/studiengaenge/humanmedizin/vorklinik/vorkurse/

Ansprechpartner: Dr. Nadine Czempinski

Projekte - Infos & Kontakte

BMBF-Projekt: Studierendenauswahlverbund (stav)

Der Studierendenauswahlverbund (https://www.projekt-stav.de/) „stav“ hat zum Ziel, die Einführung von wissenschaftlich fundierten, strukturierten und standardisierten Auswahlverfahren an allen deutschen Medizinfakultäten zu fördern. Testverfahren, die im Rahmen des stav-Projekts als potenzielle Auswahlkriterien entwickelt werden, sollen mit Outcomekriterien für die ärztliche Tätigkeit validiert werden. Am Standort Göttingen untersuchen wir die Fragestellung, wie gut die bisher eingesetzten Auswahlverfahren sind. Darüber hinaus wirken wir an der Entwicklung von kompetenzbezogenen Outcomekriterien mit. Insbesondere die Messung klinischer Entscheidungskompetenz gehört zu einem unserer Schwerpunkte.

Ansprechpartner: Lia Espe und Simon Zegota

#CLUE

Im Projekt #clue ("cross-linked undergraduate education") haben Studierende die Möglichkeit, sich semesterbegleitend auf den schriftlichen Teil des Zweiten Staatsexamens vorzubereiten. Hierzu beantworten die Studierenden des dritten bis sechsten klinischen Semesters auf mobilen Endgeräten wöchentlich kleine "Pakete" von Examensfragen, die sowohl inhaltlich als auch zeitlich auf das jeweilige Modul und die spezifische Vorlesungswoche abgestimmt sind. Die Bearbeitung der Fragen bildet die Grundlage für interdisziplinäre Lehrveranstaltungen, in denen Dozierende verschiedener Fachrichtungen und Module auf wesentliche Aspekte der gezeigten Fragen eingehen. Durch das Projekt möchten wir die Vernetzung der verschiedenen Fächer stärken und Studieninhalte durch regelmäßige unbenotete Prüfungs-/Fragenmodule wiederholen bzw. festigen.

Ansprechpartner: Amelie Friederike Büttcher

E-Fallseminare

Seit 2013 werden an der UMG in ausgewählten Lehrmodulen des klinischen Studienabschnitts sog. elektronische Fallseminare (E-Fallseminare) durchgeführt. Im Rahmen dieser wöchentlich stattfindenden Seminare absolvieren die Studierenden computerbasierte formative (d.h. unbenotete) Key-Feature-Prüfungen; dabei werden sie mit klinischen Fällen konfrontiert, an deren Schlüsselstellen (engl. key features) offene Fragen zum weiteren diagnostischen und therapeutischen Vorgehen zu beantworten sind. Es ist bereits belegt, dass mithilfe dieses innovativen Lehrformats der studentische Lernerfolg hinsichtlich klinischer Entscheidungskompetenz gesteigert werden kann (Raupach et al. Med Educ 2016; 50: 711-20. doi: 10.1111/medu.13069; https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27295475). Nichtsdestotrotz werden die E-Fallseminare stetig weiterentwickelt und auch kontinuierlich beforscht.

Ansprechpartner: Tim Becker

EMERGE

Zu unseren Entwicklungen gehört die Notaufnahme-Simulation EMERGE (https://www.umg.eu/news-detail/news-detail/detail/news/neues-lehrformat-erfolgreich-virtuelle-notaufnahme-simuliert-behandlung-akuter-erkrankungen/): Bei diesem Computerspiel übernimmt man Verantwortung für Notfallpatienten/innen und muss Entscheidungen über die Diagnostik und Therapie treffen – wie im echten Leben. Dieses Spiel wird im Medizinstudium an der UMG in verschiedenen Modulen eingesetzt und fortlaufend beforscht.

Ansprechpartner: Angelina Middeke

Flipped Classroom

Dieses vom Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur im Rahmen der Förderlinie „Qualität plus“ geförderte Projekt zielt darauf ab, Inverted Classrooms nachhaltig im Medizinstudium zu etablieren. Im Studiengang der Humanmedizin der UMG kommen Online-Lehrformate bisher nur vereinzelt zum Einsatz. Ziel des Projektes ist es, Lehrende durch Weiterbildungsmaßnahmen und gezielte Unterstützung dazu zu befähigen, Online-Lehrmaterialien (Lernmodule, Lernvideos und Screencasts) zu erstellen und didaktisch fundiert curricular zu verankern. Die Lehrmaterialien sollen dazu dienen, im Sinne des Flipped Classroom Konzeptes den Studierenden in Form von Blended Learning ein aktivierendes Selbstlernen vor den Präsenzphasen zu ermöglichen. Zudem sollen Lehrende darin unterstützt werden, interaktive (digitale) Unterrichtsformen an die Stelle traditioneller (frontaler) Lehre treten zu lassen.

Das Projekt wird wissenschaftlich begleitet und quantitativ sowie qualitativ evaluiert.

Ansprechpartner: Dr. Jasmin Decker

Klug entscheiden in der Lehre

Die „Klug entscheiden“-Initiative der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin e.V. (DGIM) richtet sich gegen Über- und Unterversorgung in der Medizin. Im Rahmen dieser Initiative wurden bisher 149 sog. Positiv- und Negativ-Empfehlungen formuliert, die bei der Indikationsstellung zu diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen helfen sollen. Diese Empfehlungen sollen in der Facharztweiterbildung, idealerweise aber auch bereits während des Medizinstudiums thematisiert werden.

In diesem Zusammenhang wurde in Göttingen von 2016 bis 2019 das von der DGIM geförderte Projekt „Klug entscheiden in der Lehre“ durchgeführt. Im Rahmen dieses Projektes wurden – in Zusammenarbeit mit den an der DGIM-Initiative beteiligten Fachgesellschaften – zahlreiche Key-Feature-Fälle entwickelt, in denen die Positiv- und Negativ-Empfehlungen im Kontext klinischer Fälle abgebildet sind. Diese Key-Feature-Fälle wurden anschließend an drei Medizinischen Fakultäten (Göttingen, Hannover, München) pilotiert und evaluiert; seitdem sind sie für den Einsatz in der e-basierten Lehre im Medizinstudium, aber auch in der Facharztweiterbildung, nutzbar

https://www.klug-entscheiden.com/

Ansprechpartner: Tim Becker

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