Forschung

Wir sind davon überzeugt, dass der konkrete Nutzen von Lehr-Innovationen wissenschaftlich untersucht werden sollte.

Deshalb führen wir zu vielen Themen aus dem Bereich der Ausbildungsforschung Studien durch, deren Ergebnisse in internationalen Fachzeitschriften publiziert werden. So konnte nachgewiesen werden, dass die Beschäftigung mit klinischen Fällen im Rahmen elektronischer Prüfungen für die Studierenden besonders vorteilhaft ist.

Eine unserer Doktorandinnen hat als Erstautorin eine Forschungsarbeit veröffentlicht, in der sie die Auswirkungen der Teilnahme an einem von ihr entwickelten Kurz-Curriculum zum Thema „Tabakabhängigkeit und Raucherberatung“ auf das Können der Studierenden untersucht hat.

Unsere Forschungsprojekte, bei denen wir mit zahlreichen internationalen Partnern (z.B. am University College London sowie am Imperial College London) kooperieren, werden unter anderem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziell unterstützt.

Forschungsschwerpunkte

  • Klinische Entscheidungsfindung (clinical reasoning)
  • E-Learning
  • Auswirkungen von Prüfungen auf Lernverhalten und -prozesse
  • Lernzielbezogene Evaluation

Promotion

Wir vergeben gerne Promotionsthemen an engagierte Studierende, die Lust haben, sich mit Fragen der Ausbildungsforschung und der Lernpsychologie zu beschäftigen (z.B.: „Steigern Podcasts tatsächlich den Lernerfolg der Studierenden?“ oder „Inwieweit lassen sich psychologische Phänomene wie der Testing Effect auf das Medizinstudium übertragen?“).

Laufende Dissertationen:

Sascha Ludwig - "Effektivität videogestützter Key-Feature-Prüfungen beim Erwerb differentialdiagnostischer und -therapeutischer Kompetenzen im Medizinstudium"

Diese Dissertation untersuchte bei Medizinstudierenden des dritten klinischen Semesters in wöchentlichen, computerbasierten E-Fallseminaren, inwieweit sich das Präsentationsformat von medizinischen Fallbeispielen im Key-Feature-Format auf die kurz- und mittelfristige Retention auswirkt. Hierzu wurden 30 Key-Feature-Fälle verfilmt und die Leistung der Studierenden in den Key-Feature-Fällen im Videoformat mit den Leistungen im Textformat verglichen.

Clara-Maria Reichelt - "Machbarkeits-Studie zur Implementierung formativer Key Feature-Prüfungen in der Zahnmedizin"

In meiner Doktorarbeit werden neu konzipierte Key Feature-Fälle im Rahmen formativer Prüfungen in der Zahnmedizin eingesetzt. In wöchentlichen computergestützten E-Fallseminaren befassen sich die Studierenden mit klinischen Fällen, in denen das diagnostische und therapeutische Management in der Zahnmedizin thematisiert wird. 

Binia-Laureen Entgelmeier - „Erprobung einer Vorhersage-basierten Evaluationsmethode für das Instrument der Lernerfolgsevaluation“

Dieses Promotionsvorhaben hat zum Ziel, zur Weiterentwicklung der Lernerfolgsevaluation und damit zur Sicherung der Lehrqualität an der Universitätsmedizin Göttingen beizutragen. Aktuell wird in den Evaluationen der klinischen Module an der UMG das Instrument der Lernerfolgsevaluation genutzt, indem mithilfe der vergleichenden studentischen Selbsteinschätzungen der Lernzuwachs der Studierenden im jeweiligen Modul gemessen wird. Es soll nun untersucht werden, ob sich die Vorhersage-basierten Evaluationsmethode auf das Instrument der Lernerfolgsmessung anwenden und dadurch der erforderliche Mindestrücklauf an Evaluationen reduzieren lässt. Hierdurch soll untersucht werden, ob sich die Reliabilität und Validität der Evaluationsergebnisse auch bei geringerer Teilnahme der Studierenden an den Evaluationen sichern lässt.

Sophia Elisabeth Vollath - "Effektivität eines innovativen und interaktiven Ausbildungskonzeptes zur Beratung rauchender Patienten in der Zahnmedizin"

Der Konsum von Tabak ist immer noch eines der größten Gesundheitsrisiken der Welt und die wichtigste Ursache für vermeidbare Morbidität und Mortalität. In den letzten Jahren wurden die Auswirkungen der Tabakabhängigkeit auf die Allgemeingesundheit und Mundgesundheit intensiv erforscht, wobei auch die zahlreichen schädlichen Effekte des Tabakrauchens auf die orale Gesundheit hervorgehoben wurden. Dies erklärt die besondere Rolle, die Zahnmedizinern bei der Beratung und Unterstützung rauchender Patienten zukommt. Jedoch zeigen aktuelle Studien, dass weder Zahnmedizinstudierende noch Zahnärzte sich angemessen vorbereitet fühlen tabakabhängige Patienten zu beraten und bei der Entwöhnung zu unterstützen.
Das Ziel unserer Studie war es, eine Lehrintervention für die Zahnmedizinstudierenden des 7. Semesters zur leitliniengerechten Beratung rauchender Patienten zu entwickeln und zu implementieren und so im Vergleich mit einer Kontrollgruppe die Effektivität des neuen Lehrmodells hinsichtlich der Auswirkungen auf die theoretischen Kenntnisse und praktischen Fähigkeiten der Studierenden mittels Fragebögen und OSCEs (Objective Structured Clinical Examinations) zu erheben.

Ronja Herold - „Tabakentwöhnung als Ausbildungsziel im Medizinstudium“

Nur ca. 20 % der Medizinstudierenden im letzten Jahr geben an Tabakabhängigkeit behandeln zu können. Ein möglicher Grund hierfür ist eine unzureichende, universitäre Lehre. Im Rahmen der Promotion wurde ein evidenzbasiertes Lehrmodul entwickelt, implementiert und evaluiert, welches Raucherberatung und Tabakentwöhnung theoretisch und praktisch vermittelt. Dies soll zu einem nachhaltigen Lernerfolg führen, der sich in der späteren klinischen Arbeit niederschlägt.

Julia Henninger - „Wie entwickelt sich der studentische Leistungsstand hinsichtlich des Examensniveaus während der Teilnahme an semesterbegleitenden formativen Prüfungen?“

Im Rahmen dieser Doktorarbeit wurde das Projekt #clue als innovative Methode in die klinische Lehre des dritten bis sechsten Semesters der UMG eingeführt. Für dieses Projekt wurden die vom Institut für medizinische und pharmazeutische Prüfungsfragen bereitgestellten Staatsexamensfragen kategorisiert und nach den Modulplänen der UMG sortiert. Im Anschluss daran wurde für jede Semesterwoche eine Auswahl an thematisch passenden Fragen unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade getroffen. Jede Woche haben die Studierenden die Möglichkeit zehn Fragen zu beantworten. Semesterbegleitend werden die Studierenden ebenfalls zu der Teilnahme von interdisziplinären Lehrveranstaltungen eingeladen, die von verschiedenen Dozierenden fächerübergreifend gehalten werden. Hierdurch soll Studierenden semesterbegleitend eine langfristige Vorbereitung auf das Staatsexamen geboten und eine gedankliche Vernetzung der einzelnen klinischen Fächer ermöglicht werden.

Insa Frisch - "Entwicklung von klinischem Denken bei Medizinstudierenden im Laufe des klinischen Studienabschnittes"

In dieser Arbeit werden Studierende zu Beginn und am Ende des klinischen Studienabschnittes anhand des  Notaufnahme- Simulationsspiels EMERGE hinsichtlich ihrer Fähigkeit zum klinischen Denken verglichen.

Es wird außerdem erforscht, zu welchem Zeitpunkt im Medizinstudium die Nutzung des Spiels den größten Lernerfolg bringt. Im Rahmen einer Follow- up Studie nach 1 1/2 Jahren wird zusätzlich der Langzeit- Lerneffekt durch EMERGE evaluiert.

Lara Sakowski - "Wie bewerten Zahnmedizinstudierende die Methode der Videoselbstanalyse und der Analyse standardisierter Lehrvideos zur Optimierung ihrer kommunikativen Fähigkeiten im Vergleich?"

Die Zahnmedizinstudierenden des achten Semesters bekamen im Rahmen eines Peerteaching-Kommunikationsseminars im Sommersemester 2019 in einem Theorieblock Grundlagen der Zahnarzt-Patientenkommunikation vermittelt. Außerdem gab es einen Exkurs zum Umgang mit Angstpatienten. Als nächstes lernten die Studierenden zwei Trainingsmethoden zur Optimierung ihrer Kommunikation kennen. Bei der ersten analysierten sie die Kommunikation eines fremden Behandlers in einem Lehrvideo und bei der zweiten Methode analysierten sie die eigene Kommunikation in einem auf Video aufgenommenen Rollenspiel mit einem Schauspielpatienten. Anschließend sollten die Studierenden in Fragebögen Angaben zu ihrer Selbstwirksamkeitserwartung in Bezug auf ihre Kommunikation machen und diese beiden Trainingsmethoden bewerten. Ziel war es, herauszufinden, ob und welche Trainingsmethode präferiert wird und wie sich die Selbstwirksamkeitserwartung verändert. Zwei Rater analysierten außerdem die Kommunikation der Studierenden in den Videoaufnahmen mit dem gleichen Bogen wie die Studierenden selbst. Dabei sollten mögliche Differenzen in der Selbst- und Fremdanalyse der Kommunikation der Studierenden ermittelt werden.

Abgeschlossene Dissertationen:

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