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Medizinische Forschung erleichtern – Aufbau einer zentralen „Biobank-Plattform für Deutschland“

Ein Kooperationsprojekt unter gemeinsamer Federführung der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) sowie den Universitätskliniken Jena, Bielefeld und Leipzig zum Aufbau einer nationalen Biobank wird mit rund 50 Millionen Euro vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) bis zum Jahr 2030 gefördert. Das am 1. Juli 2026 gestartete Projekt „Biobank-Plattform für Deutschland“ wird im Netzwerk Universitätsmedizin (NUM) umgesetzt und soll die standortübergreifende Nutzung von Blut- und Gewebeproben sowie den dazugehörigen klinischen und analytischen Daten für die medizinische Forschung erleichtern. Anlässlich des Projektstarts fand eine politische Kick-off-Veranstaltung mit allen beteiligten Partnern am 22. Juni 2026 in Berlin statt.

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Priv.-Doz. Dr. Sara Nußbeck, Vorstandssprecherin des German Biobank Network (GBN) und Leiterin der Zentralen Biobank der Universitätsmedizin Göttingen (UMG), erläuterte die geplanten Maßnahmen bei der Kick-off-Veranstaltung zum Projekt „Biobank-Plattform für Deutschland“ am 22. Juni 2026 in Berlin. Foto: D. Ausserhofer/vfa
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Die Projektbeteiligten des Aufbaus der „Biobank-Plattform für Deutschland“. Foto: D. Ausserhofer/vfa

Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) fördert seit dem 1. Juli 2026 den Aufbau einer nationalen Biobank mit rund 50 Millionen Euro. Das Kooperationsprojekt „Biobank-Plattform für Deutschland“ hat das Ziel, die standortübergreifende Nutzung von Blut- und Gewebeproben sowie den dazugehörigen klinischen und analytischen Daten für die medizinische Forschung zu erleichtern. Das Projekt wird im Netzwerk Universitätsmedizin (NUM) – einem Zusammenschluss aller 37 deutschen Universitätskliniken – mit dem dort integrierten German Biobank Network (GBN) umgesetzt. Das GBN vereint die Biobanken der Universitätskliniken, die humane Bioproben sammeln und europaweit für die biomedizinische Forschung bereitstellen, es entwickelt gemeinsame Qualitätsstandards und fördert die Zentralisierung des Biobankings. Initiiert wurde das Projekt durch die Vorstandssprecherin des GBN und Leiterin der Zentralen Biobank der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) Priv.-Doz. Dr. Sara Nußbeck gemeinsam mit den GBN-Vorstandsmitgliedern der Universitätskliniken Jena, Bielefeld und Leipzig. Bis 2030 wird die Biobank-Plattform organisatorisch, technisch und inhaltlich in die bestehende Forschungslandschaft integriert.   

„Die Vorteile liegen darin, dass wir gezielt und zügig Sammlungen neuer Bioproben und Daten auf den Weg bringen können. Hierzu gehört, dass wir die klinischen Daten und die Daten aus OMICS-Analysen – Gesamtheit aller Gene, Proteine und Stoffwechselprodukte – aus den Bioproben ableiten, gut integrieren und diese Ressourcen transparent, rechtssicher und qualitätsgeprüft zur Verfügung stellen können. Wir werden sehr eng mit der Industrie zusammenarbeiten, um diese Plattform gemeinsam zukunftsfähig aufzubauen, damit alle Seiten – und letztlich alle Patient*innen – davon profitieren“, sagt Priv.-Doz. Dr. Sara Nußbeck.

„Deutschland schließt damit eine Lücke, die andere Länder wie Großbritannien oder Dänemark bereits geschlossen haben“, ergänzt Ralf Heyder, Leiter der NUM-Koordinierungsstelle an der Charité – Universitätsmedizin Berlin. Die in der Plattform zusammengeführten Strukturen seien aber anders als beispielsweise bei der Biobank in Großbritannien, in Deutschland über die Universitätskliniken direkt an die Patient*innenversorgung angeschlossen. Das NUM übernimmt die Trägerschaft und schafft den strukturellen Rahmen für den Aufbau und den langfristigen Betrieb. 

Mit einem zentralen „One-Stop-Shop“, zu Deutsch „alles aus einer Hand“, für Forschende und Industrie wird die Biobank-Plattform den Zugang zu hochwertigen Daten und Proben erheblich beschleunigen. Sie wird zugleich für außeruniversitäre Partner offenstehen und so weitere zukunftsweisende Perspektiven für die technologische Weiterentwicklung eröffnen. „Momentan ist es schwer, die richtigen Daten zusammenzutragen. Wenn man Proben braucht, muss man alle Universitätskliniken und ihre jeweiligen Rechtsabteilungen einzeln anfragen. Das soll sich nun ändern“, ergänzt Priv.-Doz. Dr. Nußbeck.

Die Kick-off-Veranstaltung zum Projektstart fand mit allen beteiligten Partnern am 22. Juni 2026 in Berlin statt.

Beteiligte Partner
Ausgearbeitet wurde das zugrundeliegende Konzept im German Biobank Network (GBN) zusammen mit dem NUM, mit Fraunhofer Gesundheit, der Deutschen Hochschulmedizin, der Technologie- und Methodenplattform für die vernetzte medizinische Forschung (TMF), dem Verband der forschenden Pharmaunternehmen (vfa), dem Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI), dem Verband der Diagnostica-Industrie (VDGH) und dem Biotechnologieverband BIO Deutschland.

Über das Netzwerk Universitätsmedizin (NUM) 
Im NUM führen erstmalig alle 37 deutschen Standorte der Universitätsmedizin gemeinsam große interdisziplinäre klinische Forschungsprojekte durch. Gestartet, um die COVID-19-Forschung der deutschen Universitätsmedizin zu koordinieren, liegt der Schwerpunkt heute auf der gemeinsamen Erhebung und Nutzung komplexer medizinischer Forschungsdaten und Bioproben im klinischen Kontext. Dafür hat das Netzwerk spezialisierte Forschungsinfrastrukturen aufgebaut. Das Netzwerk wird derzeit in Form einer neuen, vom Bund getragenen Gesellschaft verstetigt. 

Über das German Biobank Network (GBN) 
Das German Biobank Network (GBN) vereint akademische Biobanken in Deutschland, die humane Bioproben sammeln und für die Forschung bereitstellen, und bietet ihnen eine gemeinsame Plattform zur Zusammenarbeit und Weiterentwicklung. Die GBN-Biobanken etablieren gemeinsame Qualitätsstandards und machen Proben und zugehörige Daten europaweit zugänglich. Als „National Node“ vertritt das GBN seit 2014 deutsche Interessen im europäischen Biobankennetzwerk BBMRI-ERIC. Seit 2024 vertritt Priv.-Doz. Dr. Sara Nußbeck, als National Node Director, Deutschland in eben diesem Netzwerk. Im Jahr 2025 wurde das GBN organisatorisch im Netzwerk Universitätsmedizin (NUM) verankert.

Ansprechpartnerin Fachbereich: 
Priv.-Doz. Dr. Sara Yasemin Nußbeck, Zentrale Biobank UMG, Telefon 0551 / 39-65701, sara.nussbeck(at)med.uni-goettingen.de

Pressekontakt:
Universitätsmedizin Göttingen, Georg-August-Universität
Leitung Unternehmenskommunikation
Lena Bösch 
Von-Siebold-Str. 3, 37075 Göttingen
Telefon 0551 / 39-61020
Fax 0551 / 39-61023
presse.medizin(at)med.uni-goettingen.de
www.umg.eu

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