Wirksame Hilfe bei schweren psychischen Erkrankungen: UMG stärkt EKT-Schwerpunkt



Die Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) hat am Donnerstag, 25. Juni 2026, ihre neuen Räumlichkeiten für die Elektrokonvulsionstherapie (EKT) eröffnet. Hier steht ab sofort mehr Platz für die Therapie schwerer Depressionen, Psychosen und anderer psychischen Erkrankungen zur Verfügung. Perspektivisch sind damit auch mehr Behandlungen an der UMG möglich. Zudem schaffen die neuen Räume optimale Rahmenbedingungen für die Therapie und eine angenehme Umgebung für die Patient*innen.
„Wir sehen den medizinischen Bedarf für die Elektrokonvulsionstherapie und leisten als universitärer Maximalversorger auch weiterhin einen wichtigen Beitrag weit über die Region hinaus. Diese hochspezialisierte Behandlungsform wird nur von wenigen Einrichtungen in unserem Gesundheitssystem vorgehalten – sowohl in Bezug auf die hohe Qualität als auch Quantität. Gleichzeitig hat sich Göttingen durch seine intensive Forschung auf diesem Gebiet längst einen hervorragenden Ruf erarbeitet“, sagt Prof. Dr. Lorenz Trümper, Vorstand Krankenversorgung der UMG.
„Die Elektrokonvulsionstherapie ist eines der am besten untersuchten Verfahren in der Psychiatrie und wird seit Jahrzehnten erfolgreich eingesetzt. Trotzdem gibt es in Deutschland deutlich zu wenig Therapieangebote“, sagt Prof. Dr. David Zilles-Wegner, Leitender Oberarzt und Stellvertreter des Direktors der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, der diese Therapieform an der UMG verantwortet. Bereits heute nutzen psychisch erkrankte Menschen aus weiten Teilen Norddeutschlands das Göttinger Angebot. In und mit den neuen Räumen will die Klinik die EKT als einen wichtigen Schwerpunkt weiter stärken.
Patient gibt Einblick
Bei der Eröffnungsfeier kam auch einer der vielen Patient*innen zu Wort, der die Therapie bereits durchlaufen hat. Eine schwere Depression mit psychomotorischen Störungen hatte Martin Hunte vor einigen Jahren völlig aus der Bahn geworfen. Verschiedene Behandlungsversuche schlugen fehl, bevor er sich auf ärztlichen Rat für die EKT entschied. „Durch die Depression konnte ich nicht mehr richtig sprechen und mich nicht mehr bewegen. Mit der EKT bin ich Schritt für Schritt wieder der Alte geworden – die Symptome sind nach und nach vollständig verschwunden“, so Hunte.
„Gerade bei Depressionen sind die Erfolgsaussichten durch die EKT relativ hoch. Etwa zwei Drittel aller Patient*innen sprechen gut auf die Therapie an. Sie bemerken dann eine Besserung in Stimmung und Antriebsniveau, Schlaf und Appetit normalisieren sich – Ängste und Unruhe gehen zurück“, ordnet Zilles-Wegner ein.
Elektrokonvulsionstherapie – Was ist das?
Die Elektrokonvulsionstherapie (EKT) ist ein Verfahren, bei dem unter Vollnarkose und Muskelentspannung mittels Stromimpulsen ein kurzer und kontrollierter Krampfanfall ausgelöst wird. Dadurch kommt es unter anderem zur Bildung neuer Nervenzellverbindungen im Gehirn. Die EKT ist ein seit Jahrzehnten bewährtes und hochwirksames Verfahren zur Behandlung schwerer depressiver und psychotischer Erkrankungen, die nur unzureichend auf andere, zum Beispiel medikamentöse Therapien, angesprochen haben. Neben Depressionen kommen auch Psychosen, Schizophrenien, Manien und psychomotorische Störungen, so genannte Katatonien, als Behandlungsindikation in Frage.
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