Mixed Reality für mehr Präzision und Sicherheit im OP-Saal


Computergestützte Navigationssysteme sind an der Klinik für Unfallchirurgie, Orthopädie und Plastische Chirurgie der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) bereits seit vielen Jahren im Einsatz. Ein solches chirurgisches „Navi“ wandelt die Bilder des Computertomographen (CT) oder des Magnetresonanztomographen (MRT) so um, dass die*der Operateur*in eine millimetergenaue Anzeige davon erhält, wo, in welchem Winkel und wie tief zum Beispiel eine Schraube in den Knochen einzubringen ist. Ihr*sein Blick wandert deshalb während des Eingriffs ständig vom OP-Tisch zum Monitor und zurück.
An dieser Stelle kommen an der UMG jetzt Mixed-Reality (MR)-Brillen ins Spiel, die die Arbeit der Chirurg*innen wesentlich erleichtern. Angezeigt wird kein rein virtuelles Bild, sondern durch die Brillen ist zu jeder Zeit die reale Situation zu sehen – die Animation legt sich einfach darüber. Außerdem lässt sich beispielsweise die Animation der Wirbelsäule beziehungsweise des Knochens mit kleinen Handbewegungen in der Luft drehen und wenden, sodass die*der Chirurg*in bei Bedarf auch eine andere Perspektive auf das Operationsfeld erhält.
3D-Animation direkt vor Augen
Damit das Navigationssystem und die MR-Brillen bestmöglich mit aktuellen Bilddaten gespeist werden können, hat die UMG darüber hinaus in ein hochmodernes Bildgebungssystem investiert. Das mobile 3D-Röntgensystem arbeitet mit einer sogenannten Digitalen Volumentomographie (DVT). Das bedeutet, dass hochauflösende dreidimensionale Schnittbilder in der Qualität von CT-Aufnahmen direkt in den OP-Saal geliefert werden.
„Die 3D-Bilddaten ermöglichen uns eine millimetergenaue Navigation. Nach dem Einbringen der Implantate können wir ihre Lage und die Stellung des operierten Gebietes noch während des Eingriffs überprüfen. Über die MR-Brillen haben wir die relevanten Informationen dabei immer direkt vor Augen. Das ist insbesondere bei sehr komplexen Eingriffen eine gute Unterstützung und erhöht zugleich die Sicherheit für unsere Patient*innen“, sagt Prof. Dr. Lukas Weiser, Leitender Oberarzt und Leiter der Wirbelsäulenchirurgie der Klinik für Unfallchirurgie, Orthopädie und Plastische Chirurgie der UMG.
Mehr als 1,1 Millionen Euro hat die UMG in die neue Technik investiert. Eine Entscheidung, die sich für Prof. Dr. Wolfgang Lehmann, Direktor der Klinik für Unfallchirurgie, Orthopädie und Plastische Chirurgie der UMG, in vielfacher Hinsicht gelohnt hat: „Mit der Kombination aus modernster 3D-Bildgebung, computergestützter Navigation und Mixed Reality schaffen wir optimale Voraussetzungen für hochpräzise Eingriffe. Davon profitieren unsere Patient*innen und wir verbessern die Behandlungsqualität. Gleichzeitig unterstreichen wir damit unseren Anspruch, die Unfallchirurgie und Orthopädie durch innovative Technologien kontinuierlich weiterzuentwickeln.“
Zum Einsatz kommen die beiden neuen Systeme in der Wirbelsäulenchirurgie, der Beckenchirurgie und bei anderen orthopädischen Operationen an der UMG. Perspektivisch sind noch weitere Einsatzfelder denkbar.
Ansprechpartner Fachbereich:
Prof. Dr. Wolfgang Lehmann, Klinik für Unfallchirurgie, Orthopädie und Plastische Chirurgie, Telefon 0551 / 39-62462, sgross(at)med.uni-goettingen.de
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