| Presseinformation Nr. 099 / 2021

„Kultur im Klinikum“ feiert Jubiläum: 25 Jahre Konzerte, Kunstausstellungen, Klassik, Kino – nun Corona. Jubiläumskonzert mit Front Porch Picking

25 Jahre „Kultur im Klinikum“ an der Universitätsmedizin Göttingen (UMG): Jubiläumskonzert mit Front Porch Picking und ihrem Programm „CO2-frei nach Hawaii“ im Patientengarten der Palliativmedizin. „Kultur im Klinikum“ deutschlandweit eines der größten Kulturangebote im Krankenhaus. Kostenfrei für Patient*innen, Besucher*innen, Mitarbeiter*innen und alle Kulturinteressierte. Weitere Aktionen zum Jubiläum.

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Jubiläumskonzert im Patientengarten der UMG: „CO2-frei nach Hawaii“ mit Front Porch Picking. Foto: privat

(umg) 1996, die Idee für „Kultur im Klinikum“ an der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) wird geboren Eine Gruppe mit Kindern aus dem damaligen Zentrum Kinderheilkunde der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) besucht mit Raimund Brietzke, Mitarbeiter bei der „technischen Hausbetreuung“ im Dezernat 6 der Göttinger Universitätskliniken, die Kindervorstellung des Circus Flic Flac. Die Eintrittskarten gab’s umsonst. Die damalige Verwaltungsdirektorin Dr. Brunhilde Seidel-Kwem richtete daraufhin einen „Kulturbeauftragten“ mit einem Etat für erste kulturelle Aktivitäten ein. Raimund Brietzke sollte mit Kulturangeboten für Abwechslung für große und kleine Patient*innen sorgen. Als begeisterter Hobby­musiker war er die richtige Wahl. In den Folgejahren baute der in der Göttinger Kulturszene gut vernetzte Brietzke die Reihe „Kultur im Klinikum“ mit Live-Musikveranstaltungen, Kunstausstellungen und Kinderangeboten auf.

2021: 25 Jahre später feiert „Kultur im Klinikum“ sein Jubiläum. Grund genug, um aus diesem Anlass ein vielfältiges Programm auf die Beine zu stellen – natürlich unter den einschränkenden Corona-Bedingungen. Ein Highlight: Das Open Air Konzert von „Front Porch Picking“ am Samstag, 14. August 2021, im Patientengar­ten der Palliativmedizin an der UMG. Unter dem Motto „CO2-frei nach Hawaii“ verbreitete die bekannte Göttinger Band „Front Porch Picking“, gern gesehener Gast bei „Kultur am Sonntag“, unwiederstehliches Aloha Feeling. Die Zuschauer vor Ort ließen sich von der guten Laune der fünf Musiker anstecken. Auch die Patient*innen im angrenzenden Bettenhaus 2 und der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin konnten das Konzert von ihren Zimmern aus mitverfolgen. Ebenso die Pflegekräfte, die im Pateintengarten ihre Pause machten. „Ein kleines Trost­pflaster für die in Coronazeiten ausgefallenenen Fernreisen“, sagte eine Patientin. Renate Bertsch und Benny Rosenhilde aus Dänemark tanzten zu den Hawaiklängen: „Das war ein super Nachmittag. Diese Freude konnten wir jetzt gut gebrauchen“, so Benny Rosenhilde.

KULTUR IM KLINIKUM: GESCHICHTE UND ANGEBOTE

„Kultur im Klinikum“ an der UMG ist, nach „Kultur imPulse“ aus dem Universitätsklinikum Münster, das dienstälteste Krankenhaus-Kulturangebot in Deutschland und zudem mit das größte. „Kultur im Klinikum“ bietet ein umfangrei­ches Programm mit kostenfreien Konzerten, Ausstellungen, Theateraufführungen, Lesungen und Kinofilmen, diese zum kleinen Preis. Es gehört inzwischen zum unverzichtbaren Unterhaltungsangebot für Patient*innen und Besucher*innen in der UMG. Aber nicht nur dort: Die Reihe „Kultur am Sonntag“ ist in der Kulturszene Göttingens ein fester Bestandteil und eine willkommene Abwechslung gegen die Langeweile an langen Sonntagnachmittagen und -abenden im großen Universitäts­klinikum geworden. Da sitzen dann schon mal Patient*innen mit Verbänden, Infusi­onsständern, im Rollstuhl oder in einigen Fällen auch im Patientenbett. Kultstatus hatten die traditionellen Osterkonzerte der beiden Göttinger Starpianisten Gottfried Böttcher und Joe Pentzlin in der prallvoll besuchten Osthalle. 19 Jahre lang, von 1998 bis zum Jahr 2017, traten beide regelmäßig an Ostern im Uniklinikum auf, bis Gottfried Böttcher im Oktober 2017 verstarb.

„Kultur im Klinikum“ nahm seinen Anfang in den 90er Jahren. Damals hatte der Hobby-Musiker Raimund Brietzke die Idee, Patient*innen den Aufenthalt im Univer­sitätsklinikum durch ein kostenloses Kulturangebot angenehmer zu gestalten. 1996 startete das Angebot mit einem kostenlosen Besuch mit Kindern aus dem Zentrum Kinderheilkunde beim Zirkus Flic Flac. Bald folgten die ersten Sonntags-Konzerte auf einer extra neu errichteten Bühne in der Osthalle des Universitätsklinikums.

Heute bietet „Kult(o)ur am Sonntag“ bis zu 30 Veranstaltungen im Jahr und hat maches Mal rund 500 Zuschauer*innen . An  jedem Sonntagabend von „O“ bis „O“, von Oktober bis Ostern, stellt Insa Wendt eine bunte Mischung von Rock bis Jazz, Theaterstücken, Lesungen und auch Tanzaufführungen zusammen. Das Pro­gramm spannt sich von bekannten Berufs- und Amateurmusiker*innen, über Thea­tergruppen und jungen Nachwuchs-Bands aus Göttingen und der Region. Sie erhalten hier eine Chance für einen Auftritt vor Publikum. Auch Musiker*innen aus ganz Deutschland und dem benachbarten Ausland bauen das Göttinger Universi­tätsklinikum gerne in ihren Tourneeplan ein.

Seit dem Jahr 2000 ist „Kultur im Klinikum“ der Stabsstelle Unternehmenskommu­nikation, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zugeordnet. Ende des Jahres 2011 verabschiedete sich Initiator Raimund Brietzke in den Ruhestand. Seitdem plant und organisiert Insa Wendt die kulturellen Veranstaltungen, sie baute das Angebot stetig weiter aus. So belebte sie die Initiative des Vereins „Klassik in der Klinik“ aus Hannover mit der neuen Reihe „Klassik im Klinikum“. Professionelle junge Musiker*innen der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover spielen alle zwei Monate im Andachtsraum der Klinikseelsorge. Im Wintersemester 2012/2013 entstand ebenfalls neu die Reihe: „Kino im Klinkum“ in Zusammenarbeit mit dem UniKino Göttingen. Bis heute frischen bunte, zuweilen lehrreiche und auch nachdenkliche Bilder- und Fotoausstellungen die Flure und Gänge im Klinikum, in Laboren und auf Stationsfluren auf. Seit 2013 ist die große Wand im Hauptein­gangsbereich die zentrale Ausstellungsfläche im Klinikum. Dort präsentieren sich wechselnde Ausstellungen, teilweise von namhaften Göttinger Künstler*innen wie Lilly Stehling oder Matthias Lissy, aber auch von bekannten Göttinger Fotograf*in­nen den Patient*innen, Besucher*innen und Mitarbeiter*innen.

2013 öffnete sich „Kultur im Klinikum“ bewusst in Richtung städtisches Kulturleben. „Wenn Kultur ein Bestandteil von Unternehmenskultur ist, dann gehören die UMG und die Menschen in dieser Stadt zusammen. Die UMG ist kein Monolith in dieser Region, sie ist mit ihr verbunden“, sagt Stefan Weller, Leiter der Stabsstelle Unternehmenskommunikation, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der UMG. „Dafür gibt es kaum eine bessere Verbindung als Kultur.“ Nach dem Motto „Wenn Sie nicht zur Kultur gehen können, bringen wir die Kultur zu Ihnen“ baute Insa Wendt nach und nach Kooperationen mit allen bedeutenden Göttinger Kulturfestivals auf. Als erstes trat im Mai 2013 im Rahmen der Internationalen Händel-Festspiele Göttingen die Kinderoper „Spuk im Händelhaus“ in der Osthalle auf. Im Mai 2019 dann der Händel-Talk „Die Musik und das Hören“ mit dem Hörforscher Prof. Dr. Tobias Moser, dem Intendanten Tobias Wolff und Musikern des Festivals. Es folgten Kinder-Puppentheater aus den Göttinger Figurentheatertagen sowie Lesun­gen und Ausstellungen zum Göttinger Literaturherbst. Eine der beliebtesten Veran­staltungen und inzwischen fester Bestandteil des offiziellen Göttinger Jazz-Festi­val-Programms ist das „Jazz-Frühstück“. Mit Live Musik von Göttinger Spitzenjazz­ern und einem Frühstücksangebot der UMG Gastronomie starten seit 2013 zahl­reiche Göttinger in ihren Festivalsonntag.

2019 fand ein besonderes Highlight unter den bisherigen Festivalbeteiligungen statt: Zum Göttinger Literaturherbst zeigten der Göttinger Steidl Verlag und ottobock die Ausstellung und Buchpräsentation „Futuring Human Mobility“ zum 100-jährigen Bestehen von ottobock in der Westhalle des Uniklinikums. Für das kommende Jahr 2022 ist eine neue Kooperation geplant: eine Kammermusik-Reihe mit dem Göttinger Symphonieorchester.

Alle Veranstaltungen lockten bis zum Beginn der Corona Schutzmaßnahmen im März 2020 auch viele auswärtige Gäste ins Universitätsklinikum. „Die Kulturange­bote senken die Hemmschwelle, das Uniklinikum zu betreten, macht es nahbarer, einladender und erlebbar als einen Ort, den man auch gerne besuchen will, wenn man selbst nicht krank ist oder in Sorge um einen Angehörigen“, so Stefan Weller.

CORONA UND KULTUR IM KLINIKUM

Die Corona Pandemie stoppte Anfang März 2020 alle kulturellen Live-Aktivitäten im Uniklinikum. Spontan boten viele Musiker*innen an, draußen vor den Betten­häusern des Klinikums für die Patient*innen und das Pflege- und ärztliche Personal zu spielen. Bis heute fanden so über 30 Fensterkonzerte statt. Die Patient*innen können in ihren Betten im Krankenzimmer, im Patientengarten der Palliativmedizin, an der Kinderklinik oder zwischen den Bettenhäusern die Musik genießen – von einer Musik-Show des Jungen Theaters über junge Sänger mit Gitarre bis hin zum Rudelsingen, Jazzbands, Dudelsackklängen oder den Turmbläsern von St. Johan­nis. Vor allem in Zeiten, in denen kein Besuch empfangen werden kann, sind diese Konzerte eine willkommene Aufmunterung für kleine und große Patient*innen –  und für viele Mitarbeitende von den Intensivstationen, aus dem OP, der Pflege und der Verwaltung.

„KULTUR IM KLINIKUM“ DIGITAL

Inzwischen hat „Kultur im Klinikum“ in Folge der Corona-Pandemie sein Programm als digitales Angebot auf- und ausgebaut. In der Mediathek können Kulturinteress­ierte Videos, Bildergalerien und Hinweise auf Veranstaltungen auch digital sehen: umg.eu/patienten-besucher/kultur-im-klinikum/

 

WEITERE INFORMATIONEN
Universitätsmedizin Göttingen – Georg-August-Universität
nternehmenskommunikation, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Kultur im Klinikum
Insa Wendt, Telefon 0551 / 39-61021
kultur@med.uni-goettingen.de

25 Jahre „Kultur im Klinikum“ an der Universitätsmedizin Göttingen (UMG)

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