Jörg Streckenbach – Leiter der Zentralen Sterilgutversorgungsabteilung (ZSVA)

„Wir dürfen uns keine Fehler erlauben.“

Hinter dem heutigen Türchen müssen Sie sich rund 90 Personen vorstellen. Ohne sie braucht keine Ärztin und kein Arzt zum Dienst anzutreten; ohne sie wäre keine Untersuchung und keine OP denkbar – die Mitarbeiter*innen der Zentralen Sterilgutversorgungsabteilung.

Sie sorgen dafür, dass alle Medizininstrumente wiederaufbereitet und neu verwendet werden können. Weil 90 Personen als Interviewpartner schwierig zu organisieren gewesen wären, haben wir mit der Leitung, Jörg Streckenbach, gesprochen.

Man hat den Eindruck, als gehöre Jörg Streckenbach zu den UMG-Urgesteinen und doch arbeitet der Eichsfelder „erst“ seit 14 Jahren an der UMG. Als Ingenieur kam er ursprünglich aus einem anderen Beruf und hat nach einem einjährigen Lehrgang die Position übernommen. Nun ist das Ende der UMG-Zeit leider absehbar. Somit möge ein kleiner Rückblick erlaubt sein:

Lieber Herr Streckenbach, welches sind die Wörter, die Sie täglich am häufigsten gebrauchen?

„Reinigen – Desinfizieren – Sterilisieren. Darum dreht sich hier alles und ohne diese Wörter kommen mein Team und ich nicht aus. „Siebe“ dürfte auch noch dazu gehören. Das sind die Einheiten, in denen die Medizininstrumente aus den Kliniken zu uns kommen, gereinigt werden und vollständig wieder zurückgehen.“

Sie und Ihr Team sind von Montag bis Sonntag im Einsatz. Womit beginnen Sie einen hektischen Arbeitstag?

„Ich beginne den Arbeitstag mit einem kleinen Frühstück zu Hause. Mir sind die hektischen Tage bis zu einem gewissen Grad lieber. Wir arbeiten zwar im Hintergrund, sind aber trotzdem ein wichtiger Baustein. Die verunreinigten Instrumente kommen zu uns und müssen teilweise innerhalb von wenigen Stunden wieder sauber im OP für den nächsten Eingriff vorliegen. Wir schaffen die Voraussetzungen für die Untersuchungen und Operationen der UMG und auch einiger anderer umliegenden Krankenhäuser.“

Könnten wir mit Ihnen „Wetten-dass…?“ spielen? Erkennen Sie anhand der Instrumente, welche OP geplant ist?

„Leider nein. Das läuft alles über ein sehr differenziertes IT-System. Alle Instrumente haben eine individuelle Nummer und sind in einem Online-Katalog verzeichnet. Mein Team stellt die sogenannten „Siebe“ für die verschiedenen Kliniken zusammen. Langjährige Mitarbeiter*innen wissen aber sicher die Nummern von Skalpell oder anderer Instrumente auswendig.“

Es scheint, als müsse man ein „Perfektionist“ sein, um bei Ihnen zu arbeiten?

„Allerdings. Wir dürfen uns keine Fehler erlauben. Die Instrumente müssen einwandfrei gesäubert und die ausgelieferten Materialien vollständig sein. Eine vorausschauende Planung ist dabei alles! Hier muss jedes Rädchen in das andere greifen und es klappt auch deshalb so gut, weil die Zusammenarbeit mit den anderen Bereichen reibungslos und vertrauensvoll ist. Dafür möchte ich einmal explizit „Danke!“ sagen.“

Was ist für Sie „das Beste“ an der UMG?

„Das Beste war die konstante positive Entwicklung unseres Bereiches maschinentechnisch und personell. Im letzten Jahr wurde der Bereich durch die Gewerbeaufsicht begangen und als mängelfrei eingestuft, eine sehr positive und seltene Feststellung, worauf wir als Team und natürlich auch ich, sehr Stolz waren und sind.

Positiv war auch die gute Zusammenarbeit mit allen Bereichen der UMG, vor allem mit der Pflege mit der Pflegedienstleitung Herr Pütz, aber auch mit der Krankenhaushygiene, Technik und dem Einkauf. Unser Team hat über die Jahre toll zusammengefunden. Danke an mein gesamtes Team!“

Lieber Herr Streckenbach, vielen Dank und alles Gute für Sie und Ihr Team in 2021. Vor allem aber ein großes Dankeschön für die tägliche Arbeit und Zuverlässigkeit.

Zahlen-Daten-Fakten zur ZSVA

180.000 Sterilguteinheiten werden jährlich für intern und extern gereinigt.

Die Medizininstrumente werden im OP, in den Ambulanzen und Polikliniken eingesetzt.

Neben dem gesicherten Bereich im Versorgungsgebäude gibt es eine kleinere Aufbereitung direkt im OP.

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