Bettina Rizzi, Schulkoordinatorin der Klinikschule, und Sandra Wolf, Lehrerin an der Klinikschule und am Hainberg-Gymnasium

„Wir schaffen Normalität und das ist ein großer Baustein beim Gesundwerden.“

Eigentlich wollten wir das Gespräch zusammen mit dem 18-jährigen Felix führen, der aktuell in der Onkologie behandelt wird und kurz vor seinem Abitur steht. Leider war das nicht möglich und so möchten wir auf diesem Wege gesundheitlich alles Gute wünschen und drücken für alle weiteren Prüfungen die Daumen!

Was ist das Besondere der Klinikschule?

Frau Rizzi (rechts): „Wir bieten ca. 60 Plätze für Schüler*innen aller Schularten und aller Altersklassen. Wir, das sind in etwa 13 Kolleg*innen - alle arbeiten auch regulär an einer Schule. Dabei werden alle Kinder und Jugendliche unterrichtet, die über einen längeren Zeitraum stationär oder teilstationär in der UMG behandelt werden. Natürlich werden die Hauptfächer unterrichtet, aber auch viele weitere Fächer und Projekte. Das gibt den Kindern und Jugendlichen ein großes Stück Normalität; darüber freut man sich 2020 wahrscheinlich so sehr wie noch nie." 

Frau Wolf (links): „Im Grunde stellen wir "Beziehungen" zur Verfügung. Hier hatten schon zahlreiche Schüler*innen ein echtes Aha-Erlebnis und haben gemeint „wenn ich die Zusammenhänge verstehe, macht es plötzlich richtig Spaß ...!" Da hilft einfach, dass wir uns auf EIN Kind konzentrieren können und auch mit den Lehrer*innen der Heimatschule intensiv zusammenarbeiten.“

Sie arbeiten beide seit 10 Jahren in der Klinikschule. Was war in 2020 besonders herausfordernd?

Frau Wolf: „Wir können natürlich weniger Kinder gemeinsam unterrichten. Auch das Tragen des Mund-Nasenschutzes war vorher nur in wenigen Ausnahmesituationen notwendig – heute gehört es selbstverständlich dazu. Die Kinder, die Zuhause "Homeschooling" erlebt haben, freuen sich richtig auf den Unterricht in der Klinikschule.“

Frau Rizzi: „Es gab eine kurze Zeit im Frühjahr, da mussten wir für wenige Wochen den Präzenzunterricht aufgrund der Corona-Pandemie auf online umstellen. Glücklicherweise ging diese Zeit schnell vorüber. Durch Corona ist eine Re-Integration in die Heimatschule aktuell nicht immer ganz einfach und es sind sehr viele Gespräche notwendig, um den Übergang bestmöglich zu gestalten. Außerdem können wir einige Projekte, wie zum Beispiel die Klinikschulband, die Film-AG oder unser Tanzprojekt im Moment leider nicht anbieten.“

Welches sind für Sie die besonders schönen Momente?

Frau Wolf:„Mir hat ein Kind einmal gesagt: „Frau Wolf, ich hab dich lieb!“ - da entsteht einfach oftmals eine ganz besondere Beziehung zu den Kindern. Ich unterrichte parallel am Hainberg-Gymnasium in Göttingen und weiß es besonders zu schätzen, dass wir die Möglichkeit haben, (noch mehr) auf die Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen ganz individuell einzugehen.“

Was wünschen Sie Ihren Schüler*innen für das kommende Jahr?


Frau Rizzi: „Ich wünsche mir für jeden von ihnen, dass sie einen guten Umgang mit der jeweiligen Krankheit finden.“

Frau Wolf: „Außerdem wünschen wir ihnen von Herzen, dass im neuen Jahr wieder ein anderer persönlicher Umgang möglich ist und wir nach und nach zu den Vor-Corona-Regeln zurückkehren können.“

Frau Rizzi: „Gerade für die Jugendlichen in den Übergangsphasen ist es eine wirklich harte Zeit – keine Freund*innen zu treffen.“

Danke an das gesamte Team der Klinikschule und allen anderen, die unermüdlich im Einsatz sind, für die Kinder und Jugendlichen die bestmögliche Möglichkeiten zu finden.

Informationen zur Klinikschule der UMG

Jedes Kind – von der Vorschule bis zum Abitur – kann am Schulunterricht der Klinikschule teilnehmen, wenn der Aufenthalt in der UMG länger als 3 Wochen dauert.

Kontakt: bettina.rizzi(at)med.uni-goettingen.de

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