PD. Dr. rer. nat. Laura Zelarayán – Forscherin im Institut für Pharmakologie und Toxikologie

„Nicht den Fokus verlieren, sich gegenseitig unterstützen
und auch die Lebensfreude nicht vergessen.“
 

Dr. Laura Zelarayán ist studierte Biochemikerin und kam vor 18 Jahren aus Argentinien nach Deutschland. Sie promovierte in Entwicklungsneurobiologie und forscht seitdem mit großer Leidenschaft zum Thema „Herzschwäche“ – seit nunmehr 10 Jahren an der UMG. Ihr geht es darum, zu verstehen, wie sich das menschliche Herz bildet und wie es reagiert, wenn es gestresst ist.

Sie forscht mit ihrem 10-köpfigen Team im Labor nach neuen Technologien und arbeitet dabei eng mit den kardiologischen Einrichtungen der UMG und dem Deutschen Primatenzentrum zusammen.

Liebe Dr. Zelarayán, wie haben Sie das Jahr 2020 in der UMG erlebt?

Viele Besprechungen sind entfallen und doch habe ich dieses Jahr stressiger als jedes andere Jahr empfunden. Wichtig war es, die Ruhe im Labor zu bewahren und unsere gute Arbeitsatmosphäre beizubehalten. Ich war sehr dankbar, dass unsere Forschungen im Großen und Ganzen weiterlaufen konnten. In einigen Ländern war dies nicht der Fall – alles wurde gestoppt. Grundsätzlich ist es mir wichtig, dass es meinen Mitarbeiter*innen auch unter dem „menschlichen Aspekt“ gut geht. Das war bei der Corona-Themenlage natürlich eine besondere Herausforderung; aber ich sehe da bei mir als Vorgesetzter eine besondere Verantwortung. 2020 hat das Nobelpreiskomitee zwei Frauen den Nobelpreis in Chemie für die CRISPR/Cas9 Entdeckung verliehen, wir haben das gefeiert!

Gab es während dieser Zeit eine Art Motto, das Sie hatten?

Mein Motto war: „Nicht den Fokus verlieren und auch sich selbst nicht vergessen!“ Experimente kann man unter Umständen wiederholen, Gesundheit aber nicht. Das gilt für unser gesamtes Team und ist wichtig für den Zusammenhalt im Team.

Wie haben Sie das geschafft?

Zugegeben – das war nicht immer ganz einfach, denn auch unsere Lehrveranstaltungen im Studiengang „Cardiovascular Science“ mussten entsprechend umgestellt werden. Wenn man noch dazu Mutter zweier schulpflichtigen Kinder ist, dann gilt es auch noch den heimischen Unterricht der Kinder in Corona-Zeiten zu stemmen. Da muss man sich fokussieren – anders geht es nicht.

Nun ist das Jahr 2020 fast vorbei – oder auch geschafft! Gibt es jemandem, dem Sie innerhalb der UMG besonders danken möchten?


Es gibt viele Menschen an der UMG, denen gegenüber ich Dank empfinde und dabei möchte ich niemanden vergessen: Zunächst meine Arbeitsgruppe, die sich über die Zusammenarbeit freut, sowie das Institut für Pharmakologie, das DPZ und das Team des SFB1002.

Auch das EU-Büro und der UMG-Vorstand haben meinen expliziten Dank verdient, weil sie mich in diesem Jahr bei der ERC-Antragstellung sehr unterstützt haben. Das alles wäre jedoch nicht möglich ohne … meine Familie. Sie motiviert mich täglich, gibt mir neue Energie und ich bin gesegnet, sie zu haben!

Werden Sie und Ihr Team dieses Jahr Weihnachten feiern?

Das haben wir tatsächlich jedes Jahr gemacht, aber in diesem Jahr ist das leider nicht möglich. Ich habe mir aber tatsächlich etwas für mein Team einfallen lassen – einen kontaktlosen Adventskalender. Mir ist es wichtig, die Stimmung im Team trotz der Pandemie positiv zu halten. Ich fühle da eine große Verantwortung bei mir als Vorgesetzte und vielleicht ist das auch der Grund für den tollen Zusammenhalt in unserem Team.

Gibt es einen argentinischen Weihnachtsbrauch, den Sie weiterhin besonders pflegen?

Eigentlich ist es fast umgekehrt – ich habe meine Familie in Argentinien mit vielen deutschen Weihnachtsbräuchen beglückt. Sie bekommen zum Beispiel Adventskalender und freuen sich auch bei warmen, argentinischen 40 Grad über Glühwein. Zwei eher argentinische Bräuche pflegen meine Familie und ich allerdings auch hier: Wir stellen den Weihnachtsbaum bereits Mitte Dezember auf – in Argentinien geschieht dies traditionell am 8. Dezember, um die heilige Maria zu feiern. Außerdem stellen die Argentinier zum Dreikönigsfest am 6. Januar Wasser und Gras für die Kamele nach draußen. Wenn am nächsten Morgen alles weg ist und ein paar Kleinigkeiten vor der Tür stehen, freuen sich die Kinder.

Liebe Frau Dr. Zelarayán, wir danken Ihnen für dieses Interview und wünschen Ihnen und Ihrem Team von Herzen alles Gute für das neue Jahr!

Infobox zur Forschung

Die Modelle umfassen präklinische Tier- und humanisierte Modelle. Die Arbeitsgruppe von Frau Dr. Zelarayán möchte das gewonnene Wissen und Know-how nutzen, um krankheitsspezifische und personalisierte therapeutische Optionen zu definieren und eine CRISPR-basierte endogene Transkriptionstechnik zu etablieren, um ein homöostatisches Herz therapeutisch zu programmieren.

Mitgliedschaften, Funding & Auszeichnungen

  • Lehrepreis 2019
  • Projektleiterin des SFB1002
  • Mitglied des Deutschen Zentrums für Herz-Kreislauf-Forschung
  • Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
  • Deutsche Herzstiftung
  • assoziertetes Leducq Netzwerk  „Editing the Failure Heart”
  • EU-RISE2020 MSCA

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