Juleanna Böcker – Gesundheits- und Krankenpflegerin auf der Covid-Station 0119

„Ich mache meine Arbeit hier sehr gern.“


Heute erhalten Sie einen Einblick in eine Station, auf der Corona-Patient*innen in der UMG behandelt werden: die Intensivstation 0119. 

Juleanna Böcker ist 24 Jahre alt und hat im September 2019 – nach ihrer Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin – begonnen, auf der Station zu arbeiten, die seit Frühjar 2020 die Betreuung der Corona-Patient*innen übernimmt. Sie erzählt von den vergangenen 10 Monaten:

Liebe Frau Böcker, wie sieht Ihr Arbeitsalltag aus?

„Wenn es optimal läuft, bin ich mit 10 Kolleg*innen in einer Schicht und wir versorgen u.a. die Corona-Patient*innen, die intensivpflichtig sind. Es ist sehr mühsam in der Schutzkleidung zu arbeiten. Mittlerweile stehen uns Ganzkörperanzüge zur Verfügung, die etwas angenehmer sind. Man schwitzt nicht mehr ganz so viel. Meine Kolleg*innen und ich haben sicher auch gelernt, mit der Situation besser umzugehen. Das ist natürlich ein Vorteil!"

Manche würden sich gegen die Arbeit auf einer Covid-Station entscheiden, Sie nicht?

„Ich arbeite gern auf der Station 0119 und in dem Team, das etwa aus 80 Kolleg*innen besteht. Bereits mein Vater hat hier auf dieser Intensivstation gearbeitet und so hatte ich vielleicht von vornherein ein familiäres Gefühl. Ich habe unter den Kolleg*innen tatsächlich Freunde gefunden und weiß, dass meine Arbeit in jeder Hinsicht sinnvoll ist.“

Welche Reaktionen erhalten Sie aus dem Umfeld auf Ihre Arbeit?

„Die Reaktionen sind eigentlich durchweg positiv. Es gibt keine Abwehrhaltung mir gegenüber, weil man Angst vor einer Ansteckung hat. Ich habe den Eindruck, dass meine Arbeit im Umfeld durchaus anerkannt wird.

Das Gute: Nicht nur mein Vater, sondern auch meine Mutter arbeitet in der Krankenpflege und so erhalte ich aus meiner Familie ein großes Verständnis und auch Rückhalt – das ist wirklich toll und sehr hilfreich.“

Wie ging es Ihnen, als die Corona-Welle im Frühjahr 2020 startete?

„Eigentlich hatte ich weniger Angst mich anzustecken, als die Menge der Arbeit irgendwann nicht mehr bewältigen zu können. Das war zum Glück bisher nicht der Fall. Wir hatten verschiedene Unterstützung aus dem Haus: z.B. Kolleg*innen aus anderen Abteilungen und auch Medizinstudierende. Die Erfahrung der Quarantäne habe ich gleich zu Beginn des Jahres mitgenommen, denn ich wurde Sars-Cov2-positiv getestet.“

Wie stark waren Sie erkrankt?

„Glücklicherweise hatte ich sehr wenig Symptome. Mein Geruchs- und Geschmackssinn war eingeschränkt, sonst ging es mir gut. Der UMG bin ich sehr dankbar, dass ich unter diesen Umständen nicht arbeiten musste. An anderen Häusern ist das durchaus der Fall. Es macht mich wütend und ich empfinde es als egoistisch, wenn sich Menschen nicht an die aktuellen Schutzmaßnahmen halten!“

Liebe Frau Böcker, vielen Dank für das Gespräch. Sie und Ihre Kolleg*innen hatten in diesem Jahr ganz besondere Herausforderungen zu meistern und dafür kann der Dank gar nicht groß genug sein. DANKE! Wir wünschen Ihnen und dem gesamten Team, dass sich die Arbeit etwas normalisiert und das Thema „Impfung“ insgesamt eine neue Normalität zurückbringt ... und natürlich, dass Sie alle gesund bleiben.

Das könnte Sie auch interessieren

Folgen Sie uns