Martin Müller, Teamleiter Umzugsmanagement und "Weihnachtsbaum-Initiator"

"Allein funktioniert es nicht."

Seit 31 Jahren arbeitet Martin Müller im Sachgebiet Gebäudemanagement und koordiniert alle Umzüge für die UMG; eine lange Zeit, in der er einiges an Umzügen und Geschichten erlebt hat. Von diesen berichtet er, während parallel auf seine Anweisung hin, die diesjährigen Weihnachtsbäume in der West- und Osthalle der UMG aufgestellt werden.

Wie viele Umzüge haben Sie in 31 Jahren an der UMG realisiert?

"Wo fangen Umzüge an und wo hören sie auf? Es gab große Klinik- und Instituts-Umzüge, ganze Abteilungen, die umgezogen sind, einzelne Büros ... ich kann Ihnen tatsächlich keine Gesamtzahl nennen. Es waren unzählige Umzüge.

Manche ziehen in dem einen Jahr in ein neues Gebäude und im nächsten direkt wieder zurück. In den letzten Jahren haben wir ca. 120 Stationen umgezogen."

Wie kann man sich so einen Umzug in der UMG vorstellen?

"Das ist sehr verschieden, je nachdem welcher Umfang dahintersteckt. Alles beginnt mit einem Anruf: „Herr Müller, Station XY ist frei, Station Z soll schnellstmöglich umgesetzt werden“. Dann beginne ich, mir einen Überblick zu verschaffen und schaue, mit welchen internen und externen Abteilungen und Gewerken zusammengearbeitet werden muss.

Im Fall von Stationsumzügen arbeite ich mit der jeweiligen Stationsleitung als eine Art Projektleiter und -koordinator zusammen. Gemeinsam mit der Reinigung, der UMG facility, der Raumausstattung und vielen weiteren wird dann ein grober Fahrplan erstellt. Der Umzug als solcher findet für gewöhnlich an einem Samstag statt, damit Behandlungsroutinen am wenigsten Einschränkung erfahren.

Und, ganz wichtig: Allein funktioniert es nicht! Der*die Oberarzt*ärztin benötigt uns für den Umzug  genauso, wie wir die Reinigung oder andere Abteilungen brauchen."

Ist auch schon einmal etwas schiefgegangen?

"Wo gearbeitet wird, da fallen auch Späne. Innerhalb von 31 Jahren kann man natürlich auf eine Menge lustiger Geschichten zurückblicken.

Die helfen uns allerdings heute, vorab schon viele Stolpersteine zu beseitigen. Einmal mussten wir nach dem fertigen Umzug wieder zurückziehen, weil die Bettklingeln auf der neuen Station nicht funktionierten."

Was ist das Spannende an Ihren Job?

"Jeder Tag ist anders; jeder Umzug ist individuell. Umzüge mögen für viele nach keiner großen Sache klingen, aber innerhalb der Universitätsmedizin ist dies ein sensibles Thema - vielleicht mehr als man vorab denkt.

Gerade innerhalb der Forschungsbereiche müssen wir aufpassen. Einen Inkubator können wir nicht einfach so von A nach B tragen. Er könnte hochinfektiös sein, sodass eine gründliche Reinigung und Desinfektion vorab durch die Reinigung der UMG vorgenommen werden muss.

Außerdem gibt es Bereiche, wo der Arbeitsschutz besonders wichtig ist. Zum Beispiel überall dort, wo Strahlung ein Thema ist."

Gerade werden die Weihnachtsbäume aufgestellt. Was wird in diesem Jahr anders sein?

Weihnachtsbaum in der Osthalle der UMG

"Normalerweise sind die Weihnachtsbäume - zumindest am Haupteingang - eingebettet in das UMG Weihnachtsdorf. Dieses und auch der Weihnachtsbasar in der Osthalle wird es in diesem Jahr nicht geben. Aufgrund der Abstandsregeln ist es einfach nicht umsetzbar. Das hält uns aber nicht davon ab, wenigstens mit den Weihnachtsbäumen ein wenig Weihnachtszauber in die UMG zu holen."

Was ist für Sie das Besondere an der Weihnachtsbaum-Tradition in der UMG?

"Vor einigen Jahren musste ich an Heiligabend nochmal an meinen Arbeitsplatz, da ich etwas vergessen hatte. Am Weihnachtsbaum in der Osthalle hatte es sich eine Patientin mit ihrer Familie gemütlich gemacht. Es gab Plätzchen, Kaffee und es lief Weihnachtsmusik. Diese Szene hat sich bei mir eingebrannt.

Für Momente dieser Art haben wir auch in diesem Jahr keine Sekunde gezögert, als es um das Aufstellen der Weihnachtsbäume ging. Wenn wir durch diese "Kleinigkeit", den Patient*innen auch im Krankenhaus ein schönes Weihnachtsfest bescheren können, dann haben wir doch einiges richtig gemacht.

Gerade auch in diesem Jahr, in dem es aufgrund der Corona-Situation besondere Besucherregeln gibt, bietet der Weihnachtsbaum Beständigkeit und ist ein Zeichen für Besinnlichkeit."

Lieber Herr Müller, wir danken Ihnen nicht nur für das Interview, sondern auch dem ganzen Team für die diesjährige Weihnachtsstimmung und die Dinge, die Sie ganz wortwörtlich an der UMG "bewegen". Danke!

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