EU- und Internationale Forschungsförderung

Vor dem Hintergrund einer notwendigen Klärung der Förderbedingungen und im Hinblick auf unsere hausinternen Regelungen, Finanzierungsmodalitäten und ggf. Verwertungsrechte sollten geplante Drittmittelanträge grundsätzlich spätestens vier Wochen vor der geplanten Antragstellung beim Forschung und EU-Büro der UMG online angemeldet werden.

Insbesondere wenn im Rahmen der Antragsstellung rechtsverbindliche Unterschriften, Unterstützungsschreiben, Letter of Intent o.ä. von UMG-Seite gefordert sind, bitten wir Sie, sich frühzeitig mit dem Forschung und EU-Büro in Verbindung zu setzen.

EU-Forschungsförderung

Das Forschungsrahmenprogramm der Europäischen Union (FRP) stellt eines der bedeutendsten Instrumente der Forschungsförderung der EU im Bereich der Lebenswissenschaften dar.

Im Forschungsrahmenprogramm sind die wissenschaftlichen und technologischen Ziele, die Forschungsprioritäten und Forschungsmaßnahmen, sowie die finanziellen Rahmenbedingungen festgelegt.

Horizon 2020 und Horizon Europe

Das aktuell laufende 8. Forschungsrahmenprogramm (2014 - 2020) "Horizon 2020 - Framework Programme for Research and Innovation" wurde am 21. Juni 2011 bekannt gegeben.

Horizon 2020 besteht aus drei Säulen, die sich je einem Hauptthema widmen:
Die erste beinhaltet den Bereich der exzellenten Wissenschaften (Excellent Science). Darunter fallen MSCA-Ausschreibungen und die des ERCs.

Die zweite Säule umfasst das Gebiet der industriellen Forschung (Industrial Leadership).

Die dritte Säule widmet sich unter den gesellschaftlichen Herausforderungen (Societal challenges) beispielsweise dem Thema: Gesundheit, demographischer Wandel und Wohlergehen (SC 1).

Horizon Europe:

Parallel zu Horizon 2020 laufen die finalen Vorbereitungen für das 9. Forschungsrahmenprogram „Horizon Europe“, welches den Zeitraum von 2021-2027 abdecken wird.

Aktuelle Fördermöglichkeiten finden Sie im Funding & Tenders Opportunites Portal.

ERC

Der Europäische Forschungsrat (European Research Council, ERC) ist eine Institution der europäischen Kommission. Er finanziert bahnbrechende „Pionierforschung“ unterschiedlicher Zielgruppen.
Im Vordergrund steht die völlige Themenoffenheit der Projekte sowie wissenschaftliche Exzellenz.

  • Starting Grant: Förderung von Nachwuchswissenschaftlerinnen und –wissenschaftlern (2 – 7 Jahre nach PhD) für max. 5 Jahre
  • Consolidator Grant: Förderung von Nachwuchswissenschaftlerinnen und –wissenschaftlern (7 – 12 Jahre nach PhD) für max. 5 Jahre
  • Advanced Grant: Förderung für erfahrene exzellente Forschende für max. 5 Jahre
  • Proof of Concept: Förderung von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die bereits einen ERC Grant eingeworben haben und die aus diesem Projekt entstandene Ideen in Innovationen überführen möchten für max. 18 Monate.
  • Synergy Grant: Förderung von 2 bis 4 Forschenden und ihren Teams über max. 6 Jahre

Weitere Informationen und aktuelle Ausschreibungen finden Sie auf der Homepage des ERC zusätzlich im Funding & Tender Opportunities Portal der EU.

Marie Skłodowska-Curie-Actions (MSCA)

Marie-Skłodowska-Curie-Maßnahmen (MSCA) dienen der Förderung der länder- und sektorübergreifenden Mobilität und der Karriereentwicklung von Forschenden sowie F&I-Personal aus Technik und Management. Sie sollen außerdem die Attraktivität von wissenschaftlichen Laufbahnen steigern. Als bottom-up approach werden durch die MSCA keine wissenschaftlichen Disziplinen vorgeschrieben. Die Maßnahmen sind in fünf Bereiche gegliedert:

  • Innovative Training Networks (ITN): Unterstützung der Karriereperspektiven von Nachwuchsforschenden durch strukturierte Forschungsausbildung in Netzwerken von Einrichtungen
  • Individual fellowships (IF): Individualförderung von erfahrenden Forschenden durch Forschungsprojekte zur Erweiterung ihrer Fähigkeiten
  • Research and Innovation Staff Exchange (RISE): Unterstützung von internationaler und/oder sektorübergreifender Kooperation und Wissenstransfer durch Personalaustausch im Rahmen von Kooperationen
  • Co-funding of Regional, National and International Programmes (COFUND): Unterstützung von internationalen, nationalen oder regionalen Mobilitätsprogrammen für Doktoranden und erfahrene Forschende.
  • The European Researchers' night (NIGHT): Europaweite Nacht der Forschenden zur Vermittlung der Rolle, die die Forschung für die Gesellschaft und das Alltagsleben haben kann

Aktuelle Ausschreibungen finden Sie im Funding and Tender Opportunities Portal unter „Search for funding and tenders“.

Future and Emerging Technologies (FET)

Die „Future and Emerging Technologies“ („Neue und künftige Technologien“) fördern exzellenzorientierte und visionäre Forschung mit dem Ziel, neue innovative Technologiefelder zu öffnen und spricht dabei auch neue Akteure, also junge „high potentials“ sowie intensiv forschende KMU an. FET-Projekte sind im Horizon 2020 für Forschende aus allen wissenschaftlichen Disziplinen offen. FET fokussiert auf kooperativer Forschung, die zielorientiert, wissenschaftsgetrieben, revolutionär und interdisziplinär ist.

In Horizon 2020 ist FET Teil der Säule „Wissenschaftsexzellenz“ und besteht aus 3 Förderlinien:

FET Open (themen- und technologieoffen): Förderung von unkonventionellen, risikoreichen und visionären Forschungsideen und Themen im Frühstadium, die auf fundamentale Durchbrüche für neue Technologien abzielen. Mit einer Fördersumme von ca. 2-3 Millionen Euro und einer durchschnittlichen Projektlaufzeit von 3 Jahren sind in FET-Open-Projekte Konsortien von mind. 3 Partnern (üblicherweise 3-6 Partnern) zu bilden.
Zielgruppe: junge, interdisziplinäre Forschergruppen sowie High-Tech-KMU

Das "FET Innovatione Launchpad" dient zur Weiterentwicklung bereits laufender FET-Open-Projekte in Richtung Markt (vgl. Proof of Concept des ERC). Dabei richtet es sich gezielt an laufende FET-Open-Vorhaben und an Projekte, deren Ende nicht mehr als ein Jahr vor der jeweiligen Deadline zurückliegt.

FET Proactive (thematisch fokussiert): gezielte Förderung neuer und noch nicht erschlossener Themen und Forschungslandschaften, in denen die Akteure miteinander vernetzt werden. Der Fokus in FET-Proactive-Projekten liegt auf revolutionärer, multidisziplinärer und technologischer Forschung als Antwort auf kommende soziale und industrielle Herausforderungen.
Die Themen sind hier vorgegeben und finden sich im jeweiligen Arbeitsprogramm wieder.
Zielgruppe: multidisziplinäre und internationale Forschungscluster

FET Flagships (Leitinitiativen): Förderung von themenübergreifenden, langfristigen und gemeinsamen Aktivitäten, neuartige Möglichkeiten zur Lösung gesellschaftlicher Herausforderungen zu schaffen.
Ziel ist es, die besten Wissenschaftler*innen anzuziehen und dauerhaft europäische Exzellenzzentren zu etablieren.
Zielgruppe: Forschungsverbünde aus Spitzenforschungseinrichtungen in Europa und darüber hinaus

Aktuelle Ausschreibungen finden Sie im Funding and Tender Oppurtunities Portal und "Search for funding and tenders".

Gesundheit, demographischer Wandel und Wohlergehen (SC1)

Ausschreibungen im Bereich Gesundheit sind vor allem in der 3. Säule von Horizon 2020, den Gesellschaftlichen Herausforderungen, insbesondere in der Societal Challenge 1: Health, demographic change and wellbeing, zu finden. Förderaufrufe der Europäischen Kommission geben Topics vor, die in Arbeitsprogrammen veröffentlicht werden. Zusätzlich veröffentlichen Joint Technology Initiatives, ERA-Nets, Joint Programming Initiatives wie IMI 2 und Maßnahmen nach Artikel 185 eigene Ausschreibungen. Neben der klassischen EU-Projektförderung gibt es auch Fördermöglichkeiten im Rahmen öffentlich-privater und öffentlich-öffentlicher Partnerschaften.

Aktuelle Ausschreibungen finden Sie im Funding and Tender Opportunities Portal unter „Search for funding and tenders“.

Innovative Medicines Initiative 2 (IMI 2)

Die IMI 2 (Innovative Medicines Initiative) ist eine öffentlich-private Partnerschaft zwischen der Europäischen Union, vertreten durch die Europäische Kommission, und der (bio)pharmazeutischen Industrie, vertreten durch den Europäischen Dachverband der pharmazeutischen Industrie (European Federation of Pharmaceutical Industries Associations; EFPIA), die gemeinsame, von Horizon 2020 unabhängige Ausschreibungen durchführen.

IMI 2 hat eine Laufzeit von 2014 bis 2024, in der die Europäische Kommission ca. 1,638 Mrd. Euro aus dem Budget der Gesellschaftlichen Herausforderung 1 „Gesundheit, demografischer Wandel und Wohlergehen“ (SC1) zur Verfügung stellt.

Pro Jahr werden mehrere Aufrufe zur Einreichung von Projektvorschlägen veröffentlicht. In der Regel stehen hinter jedem Thema mehrere EFPIA Unternehmen. Bei IMI Projekten ist die Zusammenarbeit mit EFPIA-Unternehmen eine Voraussetzung und die Aufrufe werden in der Regel in einem zweistufigen Verfahren ausgeschrieben.

In diesem Bereich soll ein wichtiger Beitrag zur Bewältigung der wachsenden Herausforderungen im Gesundheitsbereich geleistet und die zukünftige internationale Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Pharmaindustrie gestärkt werden. Der strategische Forschungsplan der IMI2 konzentriert sich auf prioritäre Krankheitsbereiche, in denen es an sicheren und wirksamen Behandlungsmethoden mangelt und/oder in denen die Auswirkungen auf die öffentliche Gesundheit am größten sind. IMI fördert beispielsweise die Erforschung von Infektionskrankheiten (Antibiotikaresistenz und Ebola), Hirnerkrankungen (Alzheimer und Autismus), Diabetes und Krebs. Die IMI 2 hat vier Forschungsschwerpunktbereiche identifiziert (four major axes of research):

  1. Target validation and biomarkers research (efficacy and safety)
  2. Adoption of innovative clinical trial paradigms
  3. Innovative Medicines
  4. Patient tailored adherence programmes

Gesundheitsprioritäten, die von IMI2 Projekten adressiert werden sollen, sind: antimikrobielle Resistenz, Arthrose, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, neurodegenerative Erkrankungen, psychiatrische Erkrankungen, Atemwegserkrankungen, immunvermittelte Erkrankungen, altersbedingte Krankheiten, Krebs, seltene Krankheiten und Impfstoffe.

Weiterführende Links:
Homepage IMI: www.imi.europa.eu
Aktuelle Ausschreibungen: https://www.imi.europa.eu/apply-funding

Internationale Forschungsförderung

Zusätzlich zu dem Forschungsrahmenprogramm der Europäischen Union gibt es im internationalen Bereich zahlreiche weitere Förderprogramme mit durchaus hohen Bewilligungsquoten.

Neben den nachfolgend genannten, am häufigsten gewählten Fördergebern unterstützt und berät das Forschung und EU-Büro Sie natürlich gerne bei der Antragstellung bei allen weiteren, hier nicht genannten internationalen Förderlinien.

Internationale Fördergeber

Michael J. Fox Foundation for Parkinson's Research (MJFF)

Die Michael J. Fox Foundation for Parkinson's Research (MJFF) ist eine im Jahre 2000 gegründete, US-amerikanische Stiftung, welche Forschungsprojekte auf den Gebieten der Pharmazie, Neurologie, Neurobiologie und Stammzellenforschung zur Entwicklung neuer Parkinson-Therapien fördert.

Bis Ende 2018 wurden knapp 750 Studien mit über 800 Millionen US-Dollar gefördert, wobei die Ergebnisse sämtlicher, vorrangig klinischer Studien durch die Datenbank des Fox Trial Finders den Betroffenen zugängig gemacht werden.

Weiterführende Links:
Homepage MJFF
Fördermöglichkeiten

National Institutes of Health(NIH)

Die National Institutes of Health (NIH) sind die für die biomedizinische Forschung seit vielen Jahrzehnten wichtigste Behörde des US-amerikanischen Gesundheitsministeriums, bestehend aus 27 Instituten auf einem campusähnlichen Areal, zusammen mit der weltgrößten medizinischen Bibliothek, dem National Library of Medicine (NLM).

Mit einem jährlichen Budget von etwa 30 Mrd. US$ (Finanzjahr 2015) sind die NIH die größte Einrichtung zur Forschungsförderung weltweit, wobei 80 % des Budgets pro Jahr an über 300.000 Forscher ausgeschüttet werden. Je nach Ausschreibung (Eligibility section of the Funding Opportunity Announcement FOA) können auch von Forschern nicht US-amerikanischer Institutionen sowie internationaler Organisationen Fördermittel für Forschungsprojekte eingeworben werden.

Weiterführende Links:
Homepage NIH
Fördermöglichkeiten

German-Israeli Foundation for Scientific Research and Development (GIF)

Die German-Israeli Foundation for Scientific Research and Development (GIF) basiert auf einer Vereinbarung zwischen den Wissenschaftsministern der Bundesrepublik Deutschland und dem Staat Israel und wurde 1986 als zusätzliches Instrument zur Verbesserung der wissenschaftlichen und technologischen Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern gegründet.

Das GIF Regular Program unterstützt kooperative Forschungsprojekte, die von deutschen und israelischen Wissenschaftlern unter gemeinsamer Nutzung von Forschungseinrichtungen, Materialien, Geräten und/oder Dienstleistungen, sowie unter Austausch von wissenschaftlichem und technologischem Wissen und/oder Forschungspersonal durchgeführt werden.

Das GIF Young Scientists' Program fördert junge Wissenschaftler innerhalb von 8 Jahren nach Abschluss ihrer Promotion, ihres M.D. oder eines gleichwertigen Abschlusses bei der Suche nach potenziellen Partnern in Israel oder Deutschland und fördert die Möglichkeit, sich und die eigenen Forschungsaktivitäten im jeweils anderen Land zu präsentieren.

Weiterführende Links:
Homepage GIF
Fördermöglichkeiten

Human Frontier Science Program (HFSP)

Basierend auf dem 13. G7-Gipfel wurde 1989 das Human Frontier Science Program (HFSP) unter dem Zusammenschluss von aktuell 13 Ländern und der Europäischen Union Stiftung ins Leben gerufen, um die Exzellenz in der Grundlagenforschung auf internationaler Ebene zu fördern. Es werden innovative und interdisziplinäre Kooperationsprojekte zu molekularen und zellulären Ansätzen über Systeme, kognitive Neurowissenschaften bis hin zu den Wechselwirkungen zwischen Organismen gefördert. Ziel ist es, weltweit Biologen mit Wissenschaftlern aus den Bereichen Physik, Mathematik, Chemie, Informatik und Ingenieurwesen zur Erforschung der Probleme an der Grenze der Biowissenschaften zusammenbringen.

Weiterführende Links:
HFSP Homepage
HSFP Fördermöglichkeiten

Leducq Foundation 

Die Leducq Foundation setzt sich aus der Fondation Leducq in Paris, der Leducq Foundation for Cardiovascular Research in Houston und der Leducq Corporation in Boston, MA zusammen. Sie fördert Innovationen im Bereich von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Schlaganfällen in Form von internationalen Projekten und Netzwerken.

Weiterführende Links:
Homepage Leducq Foundation

Weitere internationale Fördergeber

Auszug:

Angiologie

LF - Lipedema Foundation - www.lipedema.org

Gastroenterologie

IFFGD - International Foundation for Functional Gastrointestinal Disorders - www.iffgd.org

Kardiologie

ESC - European Society of Cardiology - www.escardio.org

FLQ - Leducq Fondation - www.fondationleducq.org

Nephrologie

ERA - European Renal Association - www.era-edta.org

Neurodegeneration

ALZ - Alzheimer's Association - www.alz.org

APRI - Alberta Prion Research Institute - www.prioninstitute.ca

BrightFocus - BrightFocus Foundation - www.brightfocus.org

EFSD - European Foundation for the Study of Diabetes - www.europeandiabetesfoundation.org

ELA - European Leukodystrophy Association - www.ela-asso.com

NAF - National Ataxia Foundation - www.ataxia.org

Neurologie/Neurochirurgie/Neuropathologie

AFM - Association Francaise contre les Myopathies - www.afm-telethon.com

CRF - Christopher & Dana Reeve Foundation - www.christopherreeve.org

IFP - International Foundation of Research in Paraplegia - www.irp.ch

IRSF - International Rett Syndrome Foundation - www.rettsyndrome.org

Kavli Foundation - Kavli Foundation / Neuroscience - www.kavlifoundation.org

MRF - Migraine Research Foundation - www.migraineresearchfoundation.org

Onkologie/Hämatologie

ELN Foundation - European LeukemiaNet Foundation - www.leukemia-net.org

Psychiatrie/Psychologie

SFARI - Simons Foundation – Autism Research - www.simonsfoundation.org

Traumatologie

AO Foundation - AO Foundation (AOTrauma/AOSpine/AOCMF) - www.aofoundation.org

Laerdal Foundation - Laerdal Foundation for Acute Medicine - www.laerdalfoundation.org

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