Was ist Geriatrie?

Altersmedizin - ein junges Fach der Medizin

Unsere Lebensspanne wird immer länger. Derzeit ist bereits einer von fünf Menschen in Deutschland über 65 Jahren alt. Die „Baby-Boomer"-Jahrgänge kommen erst noch; in 10 Jahren ist bereits jeder Dritte über 65 Jahren. Im Jahr 2060 wird es etwa genauso viele über 80-Jährige geben wie unter 20-Jährige. Auch wenn die moderne Medizin viele Erkrankungen heilen oder verzögern kann, nehmen die Erkrankungen mit steigendem Alter naturgemäß zu. 

Geriatrie ist die Lehre von den Krankheiten alternder Menschen. Es handelt sich um eine „Spezialdisziplin", die sich mit körperlichen, geistigen, funktionalen und sozialen Aspekten in der Versorgung von aktuen und chronischen Krankheiten befasst. Hinzukommt - und dies ist uns besonders wichtig - auch die Gesundheit im Alter, die Rehabilitation und Prävention im Sinne von „erfolgreichem Altern". Die UMG hat diese Aspekte als sehr wichtig erachtet und deshalb beschlossen, zum Wohle der Patientinnen und Patienten eine neue Abteilung zu gründen. 

Forschung

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Neue gesamtheitliche Betrachtung an der UMG

Medizinisches Netzwerken von großem Vorteil

Bei folgenden Fragestellungen hilft die Klinik für Geriatrie weiter: 

  • akute oder Verschlechterung einer chronischen Krankheit
  • Wenn mehrere Erkrankungen zusammenkommen, die komplexe Auswirkungen auf die Gesamtgesundheit haben
  • Beeinträchtigung der Mobilität und Stürze
  • Demenz und Delir
  • Beeinträchtigung von Nahrungsaufnahme und Ausscheidung
  • nach Akutereignissen oder -eingriffen insbesondere bei Patienten mit Vielfacherkrankung wie z.B. Herz- und Nierenschwäche, Bluthochdruck, Mangelernährung, chronische Schmerzen durch Arthrose und Osteoporose und vieles mehr

Video: Geriatrie-Station 5023

Erhalten Sie Einblick in die Geriatrie

Wobei können wir Ihnen helfen?

Multimorbidität & Polypharmazie

  • Mit den Erkrankungen, die im Laufe eines Lebens zusammenkommen (Multimorbidität), gehen oft Beeinträchtigungen einher, die viele Ursachen haben können, zum Beispiel Gangstörungen und Stürze, Schwindel, Blasenstörungen und verzögerte Wundheilung. Oft führt dies zu Gebrechlichkeit im Alter.
  • Schwerpunkte der UMG sind Beeinträchtigungen der geistigen Leistungsfähigkeit, wie sie im Rahmen von Demenzerkrankungen oder den akukten Verwirrtheitszustand nach einer Operation (Delir) auftreten können
  • Die Anforderungen an die Medizin sind in der Regel komplexer Natur und erfordern einen ganzheitlichen Ansatz und eine gute Vernetzung. Diese bieten wir Ihnen nun neu in Göttingen. 

Prävention & Rehabilitation

  • Wir möchten dabei helfen, möglichst gesund ein hohes Lebensalter bei hoher Lebensqualität zu erreichen.
  • Gemeinsam mit Ihnen finden wir gemeinsam die für Sie individuelle Prävention oder Rehabilitation.
Quelle: W&B/Stephan Hück

"Ich bin ausgebildete Neurologin und Geriaterin. Als Geriaterin verstehe ich mich als Netzwerkerin zwischen den Disziplinen und auch Professionen.

Meine Forschungsschwerpunkte sind kognitive Beeinträchtigungen im Alter von der Alzheimer Demenz bis zu akuten Verwirrtheitszuständen (Delir), zum Beispiel nach Operationen.

Mir liegt als Rehabilitationsmedizinerin auch der ganzheitliche Aspekt bei der Patientenbehandlung am Herzen - vor dem Hintergrund des sogenannten biopsychosozialen Modells der ICF; dort umfasst Versorgung mehr als nur rein medizinisches Handeln."

Prof. Dr. med. Christine von Arnim
Leiterin der Klinik für Geriatrie

Ziele & Visionen

  • Erforschung grundlegender Mechanismen, die zur Entstehung von altersabhängigen Erkrankungen an Herz und Hirn beitragen
  • Suche nach Mechanismen, die übergreifende Schädigung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen bzw. Demenz erklären
  • In Registern und Kohorten soll der Zusammenhang von Alter, Herzerkrankungen - insbesondere Herzinsuffizienz - und die Auswirkungen auf Alltagsfunktionalität und Lebensqualität erfasst werden. Hierdurch sollen Risikofaktoren, Prädiktoren/Signaturen und Biomarker gefunden werden, die Prävention ermöglichen.
  • Interventionen durchführen:
    • klinische Studien durchführen 
    • Die Forschungsergebnisse in Behandlungskonzepte für Patienten umsetzen.
  • wissenschaftliche Evidenz schaffen
  • Prüfen, inwieweit neue Technologien zu einer verbesserten Versorgung bei älteren Menschen führt

Therapiemöglichkeiten für Patient*innen

Individuell angepasst: Einzel- und Kleingruppentherapien

  • Physiotherapie
    Sturzprophylaxe, Kraft- und Ausdauertraining, Geräte: MOTOmed und NuStep, Atemgymnastik, physikalische Therapie, Lymphdrainage
  • Ergotherapie
    Förderung von Selbstständigkeit im Alltag: alltagspraktisches Training, Wasch- und Anziehtraining, Förderung der Sensomotorik, Aktivierung kognitiver Fähigkeiten
  • Neuropsychologie
    Diagnostik und Therapie von kognitiver und emotionaler Beeinträchtigung, neuropsychologische Testdiagnostik, Biografiearbeit, kognitive Stimulation, digital unterstützte Trainingstherapie
  • Logopädie
    Die logopädische Diagnostik und Therapie umfasst den Bereich der Sprach-, Sprech- und Stimmstörungen und die Erfassung von Schluckstörungen.
    Die Ursache von Problemen in diesen Bereichen können sehr unterschiedlich sein. Vor dem Hintergrund der medizinischen Diagnose geht es in der logopädischen Sprach- bzw. Sprechdiagnostik darum, die einzelnen Schwierigkeiten zu erkennen und zu benennen (Aphasie, Dysarthrie, Sprechapraxie). Die Diagnostik ist wichtig, um sprachliche Ressourcen herauszuarbeiten und auf ihnen aufzubauen, damit Kommunikation bestmöglich gelingen kann. Hierbei ist es sinnvoll, Angehörige und das Team auf Station miteinzubeziehen – denn Kommunikation findet in der Interaktion und im Austausch statt.
    Auch Schluckstörungen (Dysphagie) können unterschiedliche Ursachen haben. Viele Menschen zeigen im Alter Zeichen einer Presbyphagie – es fehlt die Kraft, die Nahrung gut zu zerkleinern und effizient von dem Mund in den Magen zu transportieren, die Wahrnehmung im Mund hat sich verändert, das Essen wird oft nicht mehr sicher als solches erkannt, der Appetit lässt nach. Hier schauen wir sorgfältig, welche Faktoren beachtet werden müssen, damit die Nahrungsaufnahme wieder möglichst sicher gelingt und Essen auch Genuss sein kann. Dies geschieht auch in enger Absprache mit der Ernährungsberaterin und der Pflege. Angehörige spielen hier ebenfalls eine sehr wichtige Rolle, denn sie wissen um wichtige Gewohnheiten und Vorlieben beim Essen.
    Eine Schluckstörung kann sich sehr unterschiedlich bemerkbar machen. Es gibt Erkrankungen, die eine Dysphagie mit der Gefahr der Aspiration verursachen. Hier besteht neben der Klinischen Schluckuntersuchung durch die Logopädin die Möglichkeit, eine FEES (fiberendoskopische Evaluation des Schluckaktes) durch die ärztlichen Kolleg*innen der Phoniatrie in unserem Haus in Zusammenarbeit mit der Logopädin durchführen zu lassen.
    Anhand der durchgeführten Diagnostik ergeben sich die verschiedenen Möglichkeiten der Schlucktherapie. Unter Umständen sind adaptive Verfahren, wie beispielsweise eine Kostformveränderung, sinnvoll. In unserem Haus stehen verschiedene Kostformen zur Verfügung – von homogen pürierter Dysphagiekost über Weiche Kost, Geriatrische Kost bis Vollkost. Auch hier findet ein enger Austausch mit der Ernährungsberaterin statt.
    Die Arbeit auf unserer geriatrischen Station lebt vom interdisziplinären Austausch. In regelmäßigen Teambesprechungen werden die Inhalte aller Disziplinen aufeinander abgestimmt.
  • Sozialdienst
    Vermittlung von weiterführenden Behandlungen, Antragstellung Leistungen aus der Pflegeversicherung, Vermittlung von Kurzzeit-/Tagespflege, allgemeine Beratung in Sozialfragen, Familienkonferenzen

Publikationen & Medien

Kontakt

Leitung Geriatrie

Prof. Dr. Christine von Arnim

Prof. Dr. Christine von Arnim

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Sekretariat

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Christine Hentrich-Jünemann

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