Presseinformationen

Presseinformation Nr. 046 vom 24. März 2017

CeBIT 2017: Wanka trifft A.L.I.N.A.

Intelligente Assistenzdienste für die Notfallversorgung auf der CeBIT Messe in Hannover. Bundesforschungsministerin Prof. Wanka besucht Infostand des BMBF-Verbundprojektes A.L.I.N.A.


 

Besuch auf der CeBIT: Bundesforschungsministerin Prof. Dr. Johanna Wanka (2. v.r.) am Stand von A.L.I.N.A.: Prof. Dr. Dr. Wolfgang Wahlster, CEO des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI) (rechts), und Prof. Dr. Sabine Blaschke, Ärztliche Leiterin der Interdisziplinären Notaufnahme (INA) der UMG (links), demonstrieren das Lernsystem am Patientensimulator. Foto: privat

(umg) Auf der diesjährigen CeBIT Messe in Hannover, dem Branchentreffen der digitalen Wirtschaft, stellte sich das Verbundprojekt „Intelligente Assistenzdienste und personalisierte Lernumgebungen zur Wissens- und Handlungsunterstützung in der Interdisziplinären Notaufnahme“, kurz „A.L.I.N.A.“ genannt, vor. Dabei zeigten die Projektverantwortlichen ein Exponat des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projektes. A.L.I.N.A steht unter der Leitung von Prof. Dr. Sabine Blaschke, Ärztliche Leiterin der Interdisziplinären Notaufnahme (INA) der Universitätsmedizin Göttingen (UMG).

Zum Auftakt der CeBIT 2017 besuchte die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Prof. Dr. Johanna Wanka, den Informationsstand des Verbundprojektes. Prof. Dr. Dr. Wolfgang Wahlster, CEO des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Saarbrücken, und Prof. Sabine Blaschke demo­strierten der Bundesministerin anhand des Patientensimulators die Funktionsweise des Lernsystems.

Ziel des Projektes ist es, intelligente Assistenzsysteme für die nicht-akademischen Berufsgruppen in der Notfallmedizin, für Pflegekräfte und Notfallsanitäter, webbasiert über mobile Endgeräte für ihre berufliche Tätigkeit im gesamtem Verlauf der präklinischen und klinischen Notfallversorgung bereitzustellen. Die Nutzung von Methoden und Verfahren der Künstlichen Intelligenz steht dabei besonders im Mittelpunkt. Auf diese Weise soll die kontinuierliche berufliche Fort- und Weiterbildung direkt vor Ort, d.h. im konkreten Notfall, unabhängig von Zeit und Raum maßgeblich unterstützt werden.

Für die CeBIT 2017 wurde im Rahmen des Projekts ein eigenes Exponat entwickelt: Im Zentrum des Demonstrators steht ein klassisches notfallmedizinisches Einsatzszenario der kardiopulmonalen Reanimation. Mit Hilfe eines Patientensimulators (SimMan3G) wurde ein derartiges Szenario programmiert. Der Messebesucher konnte dabei in die Situation des Rettungsdienstes bzw. der Notfallpflegekraft in der Notaufnahme versetzt und mit Hilfe des Assistenzdienstes „Kardiopulmonale Reanimation“ strukturiert durch den Algorithmus der Reanimation geleitet werden. Dabei werden aus den erforderlichen medizintechnischen Geräten und dem Patientensimulator zeitgleich Kerndaten ermittelt, die dem Messebesucher ein Feedback über die Effektivität der Maßnahmen vermitteln konnten.

DAS VERBUNDPROJEKT „A.L.I.N.A.“

Das Verbundprojekt „A.L.I.N.A.“ wird in Kooperation von Interdisziplinärer Notaufnahme (INA) der UMG mit dem Institut für Medizinische Informatik der UMG (Direktor: Prof. Dr. Otto Rienhoff) und den Verbundpartnern Educational Technology Lab des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz DFKI (Leitung: Prof. Dr. Christoph Igel), dem GECKO (Gesundheit, Computing, Kosten, Outcomes)-Institut für Medizin, Informatik und Ökonomie der Hochschule Heilbronn HHN (Prof. Dr. Martin Haag, Leiter CeLTEch-Lab „eLearning in Medicine“) und der Klinik für Unfallchirurgie (Direktor: Prof. Dr. Felix Walcher) der Otto-von Guericke Universität Magdeburg, durchgeführt.

Nach einer detaillierten Prozessanalyse und Erhebung der Informationsbedarfe sind in Kooperation mit den technologischen Partnern des Projekts (DFKI, HHN) die Assistenzdienste, also die Informations-, Prozess-, Kollaborations-, Gerätedienste u.a., programmiert worden. Sie stehen nunmehr auf mobilen Endgeräten (Tablets) zur Verfügung.

In Kürze startet in zwei Modellkliniken (UMG, Universitätsklinikum Halle) und den angeschlossenen Rettungsdienstkreisen die Erprobungsphase. In dieser Projektphase werden Akzeptanz, Bedienbarkeit und Nutzbarkeit sowie der Lernzuwachs, der durch den Einsatz der Assistenzsysteme erzielt werden kann, wissenschaftlich evaluiert.
 

WEITERE INFORMATIONEN:
Universitätsmedizin Göttingen, Georg-August-Universität
Interdisziplinäre Notaufnahme (INA)
Leitung: Prof. Dr. Sabine Blaschke, CEDE
Robert-Koch Str. 40, 37075 Göttingen
Telefon 0551 / 39-8910
sblasch@gwdg.de



© Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Tel. 0551-39-9959, presse.medizin@med.uni-goettingen.de


vorherige Mitteilung   Übersicht   nächste Mitteilung