Presseinformationen

Presseinformation Nr. 182 vom 14. Dezember 2016

Ausgezeichnet: Promotionsarbeit zu Alzheimer und Bewegung

Forschung zu vorbeugender Wirkung von körperlicher Bewegung für Alzheimer Krankheit ausgezeichnet. DGPPN verleiht Hans-Heimann Promotionspreis 2016 an UMG-Postdoktorandin und ihren Doktorvater.


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Hans-Heimann Promotionspreis der DGPPN für UMG-Tandem: (v.l.) Priv.-Doz. Dr. Oliver Wirths, Dr. Melanie Hüttenrauch, Dr. Iris Hauth. Foto: DGPPN, Claudia Burger


(umg) Dr. Melanie Hüttenrauch, Postdoktorandin in der Arbeitsgruppe Molekulare Psychiatrie der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universitätsmedizin Göttingen (UMG), ist von der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN) mit dem Hans-Heimann Promotionspreis 2016 ausgezeichnet worden. Sie erhielt den Preis zusammen mit ihrem wissenschaftlichen Betreuer Priv.-Doz. Dr. Oliver Wirths, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der UMG, für ihre Doktorarbeit zu den präventiven Auswirkungen körperlicher Bewegung in Tiermodellen für die Alzheimer Krankheit. Mit dem Hans-Heimann Preis prämiert die DGPPN jährlich die drei besten Dissertationen auf dem Fachgebiet der Psychiatrie und Psychotherapie. Die Auszeichnung ist mit jeweils 8.000 Euro dotiert und wurde am 24. November 2016 auf dem diesjährigen DGPPN-Kongress in Berlin verliehen.

Wer seinen Körper und seinen Geist in Bewegung hält, hat ein geringeres Risiko, eine Alzheimer-Demenz (AD) zu entwickeln. Das haben zahlreiche epidemiologischen Studien in den letzten Jahren gezeigt. In der prämierten Promotionsarbeit wurde der langfristige Einfluss von gesteigerter körperlicher und geistiger Aktivität auf pathologische Veränderungen wie Nervenzellverlust und Verhaltensdefizite in verschiedenen Mausmodellen für die Alzheimer-Demenz untersucht.

In einem Tiermodell für die am häufigsten auftretende sporadische Form der Erkrankung, dem sogenannten Tg4-42 Modell, konnte im Rahmen der Doktorarbeit erstmalig gezeigt werden, dass körperliches Training dem Verlust von Nervenzellen im Hippocampus entgegenwirkt. Es sterben also weniger Nervenzellen in dieser für Gedächtnis und Lernen wichtigen Hirnregion. Die Ergebnisse zeigen auch, dass sich entwickelnde Orientierungs- und Gedächtnisstörungen unter körperlichem Training normalisieren. Im Rahmen der Doktorarbeit konnte zudem durch eine Transkriptom-Analyse eine Vielzahl von Genen identifiziert werden, die in körperlich aktiven Tieren ein verändertes Profil zeigen und möglicherweise an den Mechanismen beteiligt sind, die vor Alzheimer-Demenz schützen. Das Tiermodell Tg4-42 ahmt die am häufigsten auftretende sporadische Form der Erkrankung bei Menschen nach. Von dieser Form der Alzheimer-Demenz sind mehr als 95 Prozent der an Alzheimer erkrankten Menschen betroffen.

Die wissenschaftlichen Erkenntnisse der prämierten Promotionsarbeit untermauern, dass körperliche und geistige Aktivität ein wichtiger Faktor sind für eine mögliche vorbeugende Strategie gegen die Alzheimer-Demenz. In einem nächsten Schritt müssen diese Gene und ihre Funktion im Zusammenhang mit den krankhaften Veränderungen bei der Alzheimer-Demenz detaillierter untersucht werden.

Der Hans-Heimann Promotionspreis wird jährlich von der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN) verliehen. Ausgezeichnet werden drei Tandems aus jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie deren Betreuerinnen und Betreuern mit je 8.000 Euro für die besten Dissertationen in dem Fachgebiet der Psychiatrie und Psychotherapie. Die Doktorandinnen und Doktoranden erhalten jeweils 5.000 Euro Preisgeld, ihre Betreuerinnen und Betreuer jeweils 3.000 Euro. Gestiftet wird der Preis von der Servier Deutschland GmbH.

Link zur Originalpressemitteilung der DGPPN: http://www.dgppn.de/en/presse/pressemitteilungen

WEITERE INFORMATIONEN:
Universitätsmedizin Göttingen, Georg-August-Universität
Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie
Arbeitsgruppe Molekulare Psychiatrie
Priv.-Doz. Dr. Oliver Wirths
Telefon 0551 / 39-10290, owirths@gwdg.de

 



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